The Trade Desk: Publicis stoppt Empfehlungen

The Trade Desk startet KI-System Koa Agents, während der Konflikt mit Publicis eskaliert. Die Quartalszahlen am 7. Mai werden richtungsweisend.

Die Kernpunkte:
  • Kommerzieller Start von Koa Agents
  • Stagwell als erster Partner an Bord
  • Streit mit Publicis und Dentsu
  • Aktie erholt sich vor Quartalszahlen

Ausgerechnet jetzt, wo The Trade Desk seinen ambitioniertesten KI-Start seit Jahren hinlegt, eskaliert der Streit mit den größten Werbekonzernen der Welt. Beides zusammen macht die Woche vor dem Quartalsbericht am 7. Mai zum entscheidenden Moment für die Aktie.

Stagwell setzt als Erster auf Koa Agents

Am 21. April gab The Trade Desk den kommerziellen Start seines agentischen KI-Systems bekannt. Stagwell, eines der großen globalen Marketing-Netzwerke, ist der erste Konzern, der Koa Agents produktiv einsetzt — für Mediaplanung, Einkauf, Optimierung und Messung im offenen Internet.

Das Prinzip hinter Koa Agents ist ein Paradigmenwechsel: Statt Kampagnen manuell Schritt für Schritt zu konfigurieren, beschreiben Marketer ihre Ziele — und KI-Agenten übernehmen Ausführung, Optimierung und Anpassung in Echtzeit. Aufgaben, die früher Tage dauerten, laufen künftig automatisch ab. Stagwell will die Koa-Funktionen über das Open Agentic Kit mit seiner eigenen Plattform verbinden und plant, ausgewählten Kunden noch in diesem Sommer Zugang in einer geschlossenen Beta zu ermöglichen. W Media Research bezeichnete den Launch als „folgenreichste Produktankündigung von TTD seit Jahren.“

Transparenzstreit mit Werbekonzernen verschärft sich

Die Partnerschaft mit Stagwell bekommt vor dem Hintergrund des laufenden Branchenkonflikts besonderes Gewicht. Dentsu und WPP hatten im Februar bereits das Direct-to-Publisher-Produkt Openpath verlassen. Publicis Groupe empfiehlt Kunden inzwischen, The Trade Desk für den digitalen Mediaeinkauf nicht mehr zu nutzen — nach einem eigenen Audit, das ergeben hatte, dass der Konzern Gebühren „unangemessen angewendet“ habe, unter anderem für Tools, in die Kunden automatisch eingebucht wurden.

The Trade Desk wies die Vorwürfe zurück. Teile der von Publicis verlangten Informationen könnten nicht herausgegeben werden, da sie vertrauliche Vereinbarungen mit anderen Holding-Gesellschaften beträfen. Omnicom beauftragte daraufhin ein eigenes Drittparteien-Audit — das nach Angaben von The Trade Desk keine Unregelmäßigkeiten ergab. Der Konflikt ist damit offen: Publicis auf der einen Seite, Omnicom und Stagwell auf der anderen, The Trade Desk mittendrin.

Aktie erholt sich — aber die Lage bleibt angespannt

Die Kursreaktion der vergangenen Wochen spiegelt die Unsicherheit wider. Auf Jahressicht hat die Aktie rund 49% verloren, liegt damit weit hinter dem breiten Markt. Im Dreißig-Tage-Fenster allerdings zeigt sich eine deutliche Erholung von knapp 26%, der Freitagsschluss bei 23,97 USD markiert ein Plus von fast 6% an einem einzigen Tag. Technisch handelt die Aktie noch unterhalb ihres 100-Tage-Durchschnitts, der RSI von 32,7 signalisiert eine überverkaufte Ausgangslage.

Der Analystenkonsens unter 29 Beobachtern lautet mehrheitlich „Kaufen“, mit Kurszielen um 30 bis 31 USD. Jefferies mahnt jedoch zur Vorsicht: Die Konsensschätzungen für die zweite Jahreshälfte 2026 könnten zu optimistisch sein, angesichts steigenden Wettbewerbs und der anhaltenden Gebührendebatte.

Quartalszahlen am 7. Mai als Lackmustest

The Trade Desk erwartet für Q1 2026 einen Umsatz von mindestens 678 Millionen USD — ein Wachstum von rund 10% gegenüber dem Vorjahr — sowie ein bereinigtes EBITDA von etwa 195 Millionen USD. Die EBITDA-Marge dürfte damit auf knapp 29% sinken, schwächere Nachfrage aus der Automobil- und Konsumgüterbranche drückt auf die Zahlen.

Am 7. Mai nach US-Börsenschluss werden diese Erwartungen auf den Prüfstand gestellt. Ob der Koa-Agents-Launch genug Fantasie für eine Neubewertung liefert oder die Holding-Company-Krise das Wachstumsbild weiter eintrübt — diese Frage beantwortet der Markt dann in Echtzeit.

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