Thomas Cook profitiert von Pfund-Schwäche

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook wurde durch die Schwäche des britischen Pfund vor den roten Zahlen bewahrt. Denn für Reisen, die im Euroraum verkauft wurden, bekam man infolge des Wertverlusts der britischen Währung nach dem Brexit-Votum deutliche mehr Pfund heraus als noch ein Jahr zuvor.

© Thomas Cook
© Thomas Cook

Zu schaffen machten dem Konzern im abgelaufenen Jahr besonders die Buchungseinbrüche nach dem Putsch-Versuch in der Türkei sowie die Angst vor Terror. Die eigene Fluglinie Condor rutschte sogar ins Minus (- 10 Mio. Pfund nach + 56 Mio. in 2015), wie Konzernchef Peter Fankhauser in London mitteilte. Mit einem Sparprogramm in Höhe von 25 Mio. Pfund und stärkeren Kooperationen soll die Fluglinie allerdings in Zukunft wieder auf Gewinnkurs gebracht werden. Bis 2017/2018 wird durch diese Maßnahmen eine Steigerung beim operativen Ergebnis um 35 Mio. Pfund erwartet.

Thomas Cook verdiente im letzten Jahr rund 9 Mio. britische Pfund. Das ist halb so viel wie noch im Jahr zuvor. Durch die Wechselkurseffekte blieb der Umsatz allerdings mit 7,8 Mrd. Pfund auf dem Niveau von 2015. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn sank von 310 Mio. auf 308 Mio. Pfund, lag damit aber über der im Juli gesenkten Prognose des Vorstands. Das wurde von den Aktionären am Mittwoch positiv aufgenommen und die Aktie konnte teilweise bis zu 10 % Gewinn verbuchen.

Durch die Reservierungen für den nächsten Sommer sieht sich der größte Konkurrent von Tui allerdings auf Wachstumskurs. Die frühen Buchungen sorgen für Zuversicht, der Konzern bleibe aber "vorsichtig".

Zum ersten Mal seit fünf Jahren wird in 2016 eine kleine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet, sie erhalten 0,5 Pence je Aktie.

%d Bloggern gefällt das: