Thyssenkrupp Aktie: 31,98% Plus seit Jahresbeginn
Amundi stockt Thyssenkrupp-Beteiligung auf über 5 Prozent auf. Die Deutsche Bank erhöht das Kursziel. Die Aktie profitiert von den positiven Signalen.

- Amundi erhöht Beteiligung auf über fünf Prozent
- Deutsche Bank hebt Kursziel auf 16 Euro
- Aktionäre stimmen über tk accelis-Abspaltung ab
- Thyssenkrupp-Aktie steigt um über zwei Prozent
Die Investmentgesellschaft Amundi S.A. hat ihre Beteiligung an Thyssenkrupp weiter ausgebaut. Laut einer Stimmrechtsmitteilung nach § 40 WpHG erhöhte der Investor seine Position zum 20. Juli auf einen Stimmrechtsanteil von 4,82 Prozent, zuvor lag er bei 4,54 Prozent. Unter Einbeziehung von Finanzinstrumenten summiert sich die Gesamtbeteiligung nun auf 5,06 Prozent. Der Ausbau fällt in eine Phase, in der sich der Essener Konzern mitten im größten Umbau seiner jüngeren Geschichte befindet.
Fast zeitgleich mit der Meldung hob die Deutsche Bank ihre Einschätzung zur Aktie an. Analyst Bastian Synagowitz erhöhte das Kursziel am 22. Juli von 14,50 auf 16,00 Euro und beließ die Einstufung bei „Buy“. Als Begründung nannte er die operative Neupositionierung des Konzerns sowie die geplante Verselbstständigung von Tochterbereichen, die auf einer Kapitalmarktveranstaltung der Sparte tk accelis vorgestellt wurde.
Abstimmung über tk accelis rückt näher
Im Zentrum der Umbaupläne steht die Abspaltung der Werkstoffsparte tk accelis, vormals Materials Services, die auf einen eigenständigen Börsengang vorbereitet werden soll. Über diesen Schritt entscheiden die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 7. August. Der Stichtag für die Teilnahmeberechtigung war bereits der 16. Juli. Für Anleger markiert das Treffen einen der wichtigsten Termine des Jahres, da die Zerschlagung des einstigen Mischkonzerns in eigenständige Einheiten damit einen weiteren konkreten Schritt vollzieht.
Parallel zu den Umbauplänen sorgt die Stahlsparte für gemischte Signale. Die Rohstahlproduktion stieg im ersten Halbjahr 2026 sektorweit um 9 Prozent auf 18,6 Millionen Tonnen, ein Zeichen für eine grundsätzlich anziehende Nachfrage. Zugleich wird die aktuelle Niedrigwassersituation am Rhein als kurzfristiger Belastungsfaktor für die Rohstoffversorgung von Thyssenkrupp Steel Europe eingestuft. Die Logistik über den Fluss ist für die Stahlproduktion an den Standorten im Ruhrgebiet von erheblicher Bedeutung, sodass anhaltend niedrige Pegelstände die Versorgungskette belasten könnten.
Kurs nähert sich Jahreshoch
An der Börse hat sich das positive Nachrichtenumfeld zuletzt niedergeschlagen. Die Aktie schloss am Freitag bei 12,24 Euro und legte damit auf Tagessicht um 2,51 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht nun ein Plus von 31,98 Prozent zu Buche, ein Wert, der die deutliche Neubewertung des Konzerns seit Januar unterstreicht. Der Kurs notiert zudem 8,43 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was auf einen intakten kurzfristigen Aufwärtstrend hindeutet.
Anleger richten den Blick nun auf zwei bevorstehende Ereignisse. Neben der Hauptversammlung am 7. August steht Mitte August die Veröffentlichung des Zwischenberichts zum dritten Quartal und den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 mit Stichtag 30. Juni an. Der Bericht dürfte erste belastbare Zahlen dazu liefern, wie sich die operative Neuausrichtung der einzelnen Sparten in der Praxis niederschlägt und ob sich die von der Deutschen Bank unterstellte Neubewertung fundamental untermauern lässt.
Die Kombination aus institutionellem Vertrauen, wie es der Amundi-Ausbau signalisiert, und der angehobenen Kurszielspanne verleiht der Aktie derzeit Rückenwind. Gleichzeitig bleibt der bevorstehende Umbau ein Ereignis mit offenem Ausgang: Erst die Zustimmung der Aktionäre zur Abspaltung von tk accelis schafft die Grundlage für den nächsten strategischen Schritt des Konzerns.
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