Thyssenkrupp Aktie: 39-Milliarden-Auftrag in Kanada
Thyssenkrupp treibt die Abspaltung von tk accelis voran und hofft auf einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag aus Kanada.

- Spin-off von tk accelis beschlossen
- Aktionäre erhalten neue Aktienanteile
- Milliarden-Auftrag für U-Boote winkt
- Verschärfte EU-Importregeln für Stahl
Bei Thyssenkrupp fallen in diesen Tagen zwei gewaltige Entscheidungen. Der Konzern treibt die Abspaltung seiner Sparte tk accelis konkret voran. Derweil steht die Vergabe eines gigantischen U-Boot-Auftrags in Kanada kurz bevor. Diese Gemengelage weckt das Interesse der Investoren.
Details zur Abspaltung
Der Aufsichtsrat hat dem Spin-off von tk accelis zugestimmt. Das Zuteilungsverhältnis steht nun fest. Aktionäre erhalten für 20 gehaltene Thyssenkrupp-Papiere eine Aktie der neuen Gesellschaft. Insgesamt gehen 49 Prozent der Anteile an die bestehenden Anteilseigner.
Thyssenkrupp behält die Mehrheit an dem Unternehmen. Die außerordentliche Hauptversammlung stimmt am 7. August 2026 über diesen Schritt ab. Das Ziel: Die komplexe Konzernstruktur soll deutlich einfacher werden.
Entscheidung in Kanada
Derweil hofft die Marinesparte TKMS auf einen historischen Zuschlag. Kanada plant den Bau von bis zu zwölf neuen U-Booten. Das Volumen dieses Projekts schätzen Experten auf rund 39 Milliarden US-Dollar.
Thyssenkrupp tritt mit seinem Modell gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean an. Kanadas Verteidigungsminister schloss eine Aufteilung des Auftrags zuletzt aus. Der Sieger bekommt alles. Ein Erfolg würde die Verhandlungsposition von TKMS für eine mögliche Eigenständigkeit massiv stärken.
Neue Hürden für Stahlimporte
Im klassischen Stahlgeschäft bleibt das Umfeld schwierig. Die Europäische Union verschärft ab dem 1. Juli 2026 ihre Importregeln. Das zollfreie Einfuhrvolumen sinkt auf gut 18 Millionen Tonnen. Wer diese Quote überschreitet, zahlt künftig 50 Prozent Schutzzoll.
Diese Maßnahme richtet sich vor allem gegen die asiatische Konkurrenz. Europäische Hersteller wie Thyssenkrupp kämpfen weiterhin mit hohen Energiekosten und teuren Klimaschutz-Investitionen.
Blick auf den Chart
Die aktuellen Nachrichten stützen den Aktienkurs. Am Dienstag kletterte das Papier um 1,62 Prozent auf 10,37 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein solides Plus in den Büchern. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro bleibt der Kurs allerdings noch entfernt.
Der Fokus richtet sich nun auf die kommende Woche. Bis zum Start des NATO-Gipfels am 7. Juli 2026 will Kanada seinen U-Boot-Auftrag vergeben. Bekommt Thyssenkrupp den Zuschlag, liefert das der Aktie starken fundamentalen Rückenwind.
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