Thyssenkrupp Aktie: 471 Millionen Euro Auftragseingang
Nucera beendet SOEC-Serienfertigung und fokussiert auf alkalische Elektrolyse. Thyssenkrupp-Aktie verliert, trotz starkem Auftragswachstum und positiver Jahresbilanz.

- Nucera stoppt SOEC-Serienproduktion
- Fokuswechsel zur alkalischen Elektrolyse
- Auftragseingang verdoppelt auf 471 Mio. Euro
- Thyssenkrupp treibt Holding-Umbau voran
Thyssenkrupp verliert an der Börse an Boden. Am Donnerstag fiel die Aktie um 2,9 Prozent auf 12,68 Euro. Im Wochenvergleich steht ein Minus von 8,2 Prozent zu Buche. Der Auslöser: eine strategische Wende bei der Wasserstoff-Tochter Nucera.
Nucera kappt SOEC-Pläne
Nucera gibt die geplante Serienfertigung für die Hochtemperatur-Elektrolyse auf. Die Technologie, kurz SOEC genannt, galt lange als Zukunftshoffnung. Künftig konzentriert sich das Dortmunder Unternehmen auf die alkalische Elektrolyse. Diese Technik läuft bereits in Großprojekten.
Der Rückzug kostet Geld. Nucera muss rund 30 Millionen Euro auf Pilotanlagen und Entwicklungsleistungen abschreiben.
Die operativen Zahlen zeichnen jedoch ein anderes Bild. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 verdoppelte Nucera den Auftragseingang nahezu. Er stieg auf 471 Millionen Euro, nach 241 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Vor allem das Segment Grüner Wasserstoff trieb das Wachstum an.
Konzernumbau macht Fortschritte
Parallel zur Wasserstoff-Strategie treibt Thyssenkrupp den Umbau zur Holding voran. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Aktionäre der Abspaltung der Sparte tk accelis zu. Das Ziel: weniger Komplexität, mehr Eigenständigkeit für die einzelnen Geschäftsbereiche.
Auch die Stahlsparte bleibt ein Thema. Das Management hält am Plan fest, die Belegschaft bei Thyssenkrupp Steel bis 2030 deutlich zu reduzieren. Grund sind Überkapazitäten und der Wettbewerbsdruck aus Asien.
Die Finanzierung der Restrukturierung gilt als gesichert. Eine Zusage der Konzernmutter stabilisiert die Liquidität für die kommenden zwei Jahre.
Kursrutsch trifft auf starke Jahresbilanz
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die Bilanz seit Jahresanfang deutlich positiv. Die Aktie legte 2026 bislang um 36 Prozent zu.
Analysten bewerten den Rückzug aus der SOEC-Technologie zwiespältig. Einerseits gilt er als notwendige Konzentration auf profitable Kernbereiche. Andererseits sehen sie darin ein Signal für das schwierige Umfeld bei kapitalintensiven Zukunftstechnologien.
Die kommenden Monate entscheiden, ob sich der Fokus auf alkalische Elektrolyse bei Nucera in weiteren Großaufträgen niederschlägt. Bei Thyssenkrupp Steel steht der Stellenabbau bis 2030 im Zentrum der Transformation.
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