Thyssenkrupp Aktie: 62 Milliarden für U-Boot-Flotte

Kanada vergibt Rekordauftrag für U-Boot-Bau an Thyssenkrupp. Das 20-Milliarden-Euro-Projekt treibt Aktie und Zukunftspläne an.

Die Kernpunkte:
  • Größter Rüstungsauftrag Kanadas vergeben
  • TKMS baut zwölf neue U-Boote
  • Auftragsvolumen von rund 20 Milliarden Euro
  • Aktie legt um fast 18 Prozent zu

Kanada vergibt den größten Rüstungsauftrag seiner Geschichte an Thyssenkrupp. Die Regierung unter Premierminister Mark Carney hat die Konzerntochter TKMS als bevorzugten Bieter ausgewählt. Die Deutschen sollen bis zu zwölf neue U-Boote bauen. Dieser Rekordauftrag sichert die Zukunft der Marinesparte ab.

In dem intensiven Auswahlverfahren schlug TKMS die internationale Konkurrenz aus dem Feld. Besonders der südkoreanische Rivale Hanwha Ocean hatte das Nachsehen. Die Entscheidung fiel wegen der bewährten Brennstoffzellen-Technologie. Auch die Arktistauglichkeit der Schiffe vom Typ 212CD überzeugte die Kanadier.

Finanzielle und wirtschaftliche Dimensionen

Finanziell erreicht das Projekt historische Ausmaße. Der Bau der Boote und erste Serviceleistungen bringen rund 20 Milliarden Euro ein. Über den gesamten Lebenszyklus der Flotte steigt das Volumen auf bis zu 62 Milliarden Euro. Die ersten Einheiten sollen im Jahr 2034 einsatzbereit sein.

Der Großauftrag kurbelt die Produktion an den Standorten Kiel und Wismar massiv an. Thyssenkrupp plant mit etwa 1.500 neuen Arbeitsplätzen. Um die Wartung abzusichern, hat TKMS bereits rund 40 Vorverträge mit lokalen Firmen geschlossen.

Dieser Rückenwind kommt zur perfekten Zeit. Thyssenkrupp treibt aktuell die Verselbstständigung seiner Marine-Sparte voran. Die Folge: Ein prall gefülltes Orderbuch dürfte die Bewertung bei einem möglichen Börsengang erheblich steigern. Die Kanadier bilden künftig zusammen mit Deutschland und Norwegen die weltweit größte konventionelle U-Boot-Flotte.

Ausbruch auf dem Kurszettel

An der Börse löste die Nachricht starke Käufe aus. Die Thyssenkrupp-Aktie beendete den Montagshandel bei 12,28 Euro. Damit steht auf Wochensicht ein Plus von fast 18 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs auf knapp 27 Prozent.

Der massive Kurssprung katapultiert das Papier nach oben. Das Jahreshoch von 13,24 Euro rückt in greifbare Nähe. Die Aktie hat ihre mittelfristige Durchschnittslinie bei 10,82 Euro mittlerweile weit hinter sich gelassen. Ein RSI-Wert von 67 untermauert die aktuelle Trendstärke.

Aktionäre warten nun auf die formelle Vertragsunterzeichnung. In den kommenden Quartalsberichten muss das Management Details zur ersten Anzahlung vorlegen. Dann wird konkret messbar, wie stark der Rekordauftrag den Cashflow des Konzerns antreibt.

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