Thyssenkrupp Aktie: Barclays verkauft
Die britische Investmentbank Barclays senkt ihre Empfehlung für Thyssenkrupp auf 'Sell' und setzt ein niedrigeres Kursziel an. Die Verhandlungen mit Jindal über die Stahlsparte sind schwierig, während die Marinetochter TKMS starke Zahlen liefert.

- Barclays setzt Kursziel auf 9,00 Euro herab
- Jindal-Deal könnte 60 Prozent der Stahlsparte umfassen
- Marinetochter TKMS mit Rekord-Auftragsbestand
- Aktie notiert über wichtigen Durchschnitten
Die britische Investmentbank Barclays stuft Thyssenkrupp auf “Sell” herab – ausgerechnet jetzt, wo der Konzern mit dem indischen Stahlriesen Jindal über die Zukunft der kriselnden Stahlsparte verhandelt. Das neue Kursziel von 9,00 Euro liegt deutlich unter dem aktuellen Niveau von 10,30 Euro. Die Analysten bleiben skeptisch, trotz Anpassung nach oben.
Die Eckdaten im Überblick:
– Herabstufung auf “Sell” bei Kursziel 9,00 Euro
– Erwarteter Nettoverlust 2025/2026: bis zu 800 Millionen Euro
– Jindal-Deal könnte 60 Prozent der Stahlsparte umfassen
– Entlastung von 2,5 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen möglich
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Analysten uneins über Bewertung
Die Einschätzungen könnten kaum unterschiedlicher ausfallen. Während Barclays und Morgan Stanley (Kursziel: 8,60 Euro) zum Verkauf raten, empfehlen Kepler Capital mit einem Ziel von 13,80 Euro und die Baader Bank (12,50 Euro) den Kauf. Der Konsens liegt bei etwa 10,50 Euro – praktisch auf dem aktuellen Kursniveau.
Die Barclays-Analysten verweisen auf die strukturellen Probleme im Stahlgeschäft. Die im Dezember vereinbarte Restrukturierung sieht den Abbau oder die Auslagerung von rund 11.000 Arbeitsplätzen vor und belastet das Ergebnis massiv.
Jindal fordert mehr als vereinbart
Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die laufenden Gespräche mit Jindal Steel International. Der indische Konzern könnte zunächst 60 Prozent der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) übernehmen. Das würde den Essener Konzern von erheblichen Pensionsverpflichtungen befreien.
Der Haken: Jindal fordert laut Medienberichten zusätzliche Kostensenkungen über die bereits beschlossenen 11.000 Stellenstreichungen hinaus. Die IG Metall lehnt weitere Einschnitte kategorisch ab. Die Verhandlungen gestalten sich entsprechend zäh.
TKMS glänzt im Schatten
Während die Muttergesellschaft kämpft, liefert die im Oktober 2025 abgespaltene Marinetochter TKMS starke Zahlen. Der Auftragseingang erreichte 8,8 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von 18,2 Milliarden Euro. Die Verteidigungssparte profitiert von der globalen Aufrüstung und wurde kürzlich in den MDAX aufgenommen.
Thyssenkrupp hält weiterhin 51 Prozent an TKMS. Der erfolgreiche Börsengang demonstrierte die Attraktivität der Rüstungssparte und stützt die Bewertung des Gesamtkonzerns.
Technisch über allen Durchschnitten
Charttechnisch zeigt sich die Aktie stabil oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte. Der GD 20 liegt bei 9,75 Euro, der GD 200 bei 8,09 Euro. Seit Jahresbeginn legte das Papier 6,7 Prozent zu, innerhalb eines Jahres sogar 167 Prozent. Am 12. Januar markierte die Aktie mit 10,76 Euro ein neues 5-Jahres-Hoch, seither gab sie vier Prozent ab.
Am 12. Februar folgen die Q1-Zahlen. Bis dahin dürfte vor allem der Ausgang der Jindal-Verhandlungen den Kurs bestimmen. Die Hauptversammlung steht mit einer Dividende von 0,15 Euro je Aktie zur Abstimmung, Ex-Tag ist der 2. Februar.
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