Thyssenkrupp Aktie: Brisante Enthüllungen?
Der Industriekonzern steht vor entscheidenden Weichenstellungen bei Materials Services und dem Stahlverkauf, während der Abgang eines Großinvestors den Kurs belastet.

- Entscheidung über Zukunft von Materials Services steht an
- Stahlverkauf an Jindal Steel ins Stocken geraten
- Amundi reduziert Beteiligung unter Meldeschwelle
- TKMS als wertstabiler Konzernbereich
Drei offene Baustellen, eine tickende Uhr — und ein Kurs, der sich noch knapp über seinem Jahrestief hält. Thyssenkrupp steckt mitten im tiefgreifendsten Konzernumbau seit Jahren, und Ende März fällt die erste wichtige Entscheidung.
Materials Services vor der Bewährungsprobe
Bis Ende März muss die Handelstochter Materials Services operative Fortschritte vorweisen. Das ist keine Formalität. Erst wenn die Sparte — mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Beschäftigten — eine verbesserte Performance im laufenden Quartal zeigt, ist der Weg für eine Verselbstständigung im Herbst 2026 frei. Die Optionen reichen vom Börsengang über eine Abspaltung bis hin zum Verkauf; auch eine Umwandlung in eine KGaA steht im Raum. Der Konzern selbst gibt sich zuversichtlich, macht den genauen Zeitpunkt aber vom Marktumfeld abhängig.
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Parallel dazu gerät das zweite Kernprojekt ins Stocken. Der geplante Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel & Power gilt eigentlich als Herzstück der Restrukturierung — intern schwindet jedoch die Zuversicht, dass eine Einigung noch gelingt. Streitpunkt ist die Frage, wie viel frisches Kapital Jindal bereitstellen muss, um Steel Europe durch den aktuellen Abschwung zu tragen. Ohne belastbare Zusagen fehlt dem Deal die Grundlage. Mit der Flacks Group zeigt sich zwar möglicherweise ein weiterer Interessent, konkret ist das aber noch nicht.
Amundi-Abgang hinterlässt Spuren
Den stärksten Kursimpuls der vergangenen Wochen löste keine operative Nachricht aus, sondern eine Pflichtmeldung. Mitte März senkte der französische Asset-Manager Amundi seinen Stimmrechtsanteil von 5,22 auf 4,92 Prozent — knapp unter die Meldeschwelle. Institutionelle Investoren werteten das als Signal, dass großes Kapital an der Transformationsstrategie zweifelt. Die Aktie brach daraufhin an einem einzigen Handelstag um bis zu zehn Prozent ein und markierte ein neues 52-Wochen-Tief bei 7,79 Euro. Seitdem hat sich der Kurs leicht erholt, notiert aber noch immer rund 20 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts.
Die Quartalszahlen liefern derweil ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte jedoch um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro zu. Unterm Strich steht ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro — verursacht vor allem durch Restrukturierungskosten in der Stahlsparte von 401 Millionen Euro. Die Jahresprognose bestätigte der Konzern.
TKMS als Lichtblick
Einen stabilen Gegenpol bildet die Rüstungstochter Thyssenkrupp Marine Systems. Seit dem Börsengang im Oktober 2025 hat die TKMS-Aktie rund 50 Prozent zugelegt. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und laufenden U-Boot- und Fregatten-Programmen ist TKMS der am höchsten bewertete Konzernteil. Thyssenkrupp hält 51 Prozent der Anteile.
Die nächsten Wegmarken sind klar: Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht, der Klarheit über den Verhandlungsstand mit Jindal und die Entscheidung für Materials Services bringen soll. Am 1. Juni ist die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter geplant. Solange diese drei Punkte offen bleiben, dürfte der Druck auf den Kurs nicht nachlassen.
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