Thyssenkrupp Aktie: Calvion startet am 1. Mai
Thyssenkrupp treibt die Neuausrichtung voran: Die Klimasparte wird eigenständig, ein US-Autowerk geschlossen. Die Aktie legt zu.

- Gründung der Tochter Calvion für Klimatechnik
- Schließung eines US-Werks in Indiana
- Aktie notiert über 200-Tage-Linie
- EU-Stahlzölle und Portfolio-Entscheidung offen
Thyssenkrupp treibt die Neuaufstellung voran – gleich zwei konkrete Maßnahmen zeigen, wo es hingeht. Der Konzern gliedert seine Klimatechnologien in eine eigenständige Tochter aus und schließt parallel ein US-Werk in der Automobilsparte. Die Aktie notiert zuletzt bei 10,85 Euro, rund 22 Prozent über dem Niveau von vor vier Wochen.
Calvion: Klima-Technologien bekommen eigene Bühne
Zum 1. Mai 2026 hat Thyssenkrupp seine nachhaltigen Prozesstechnologien in eine neue Gesellschaft überführt. Die thyssenkrupp Calvion GmbH mit Sitz in Ennigerloh bündelt Oxyfuel-Anwendungen, Direct Air Capture, grünen Branntkalk und Phosphogips-Recycling. Rund 40 Mitarbeiter starten dort.
Das Ziel: die Industrialisierung und Markteinführung dieser Technologien beschleunigen. Bisher waren sie bei thyssenkrupp Polysius angesiedelt. Die neue Struktur soll beiden Einheiten nutzen. Polysius konzentriert sich künftig auf Einzelmaschinen, Modernisierungen und Service. Calvion treibt eigenständig die nachhaltigen Prozesse voran.
CEO Miguel López hat die Leitung des Segments Decarbon Technologies selbst übernommen. Dazu gehören Rothe Erde, Nucera, Uhde und Polysius. Die Ausgliederung von Calvion ist ein weiterer Schritt, einzelne Technologiefelder mit eigenständigen Strukturen zu versehen.
US-Werk in Indiana macht dicht
Parallel zum Technologie-Aufbau verdichtet sich der Umbau in der Autosparte. Thyssenkrupp Presta North America schließt seinen Standort in Terre Haute, Indiana – spätestens bis zum 31. März 2027. Rund 230 Mitarbeiter sind betroffen.
Die Produktion von Fahrgestellen wird in Hamilton, Ohio, gebündelt. Der Standort soll gestärkt und personell ausgebaut werden. Nordamerika bleibt für die Sparte mit einem Umsatz von zuletzt rund 2,1 Milliarden Euro ein wichtiger Markt. Die Schließung ist Teil einer umfassenden Transformation für mehr Profitabilität und Effizienz.
Charttechnisch angespannt – hoher RSI
Die Aktie notiert mit 10,85 Euro klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 9,92 Euro. Der RSI liegt bei 87,4 Punkten – das Papier ist überkauft. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro trennen die Aktie rund 18 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Plus von gut 12 Prozent.
Ausblick: Stahlzölle und Portfolio-Frage
In den kommenden Wochen richten sich die Blicke auf die EU-Stahlzoll-Entscheidung im Mai/Juni. Mitte Mai hatte das EU-Parlament bereits die Regeln verschärft. Die zollfreien Importvolumina sinken auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr – rund 47 Prozent unter dem bisherigen Niveau. Der Strafzoll auf darüber hinausgehende Mengen verdoppelt sich auf 50 Prozent.
Zudem prüft Thyssenkrupp Insidern zufolge für die Sparte Materials Services eine Abspaltung, einen Börsengang oder einen Verkauf. Die Sparte setzt rund 11 Milliarden Euro pro Jahr um. Eine Entscheidung könnte noch 2026 fallen. Für Anleger bleiben die EU-Entscheidung und die Klärung der Portfolio-Frage die bestimmenden Themen.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 23. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




