Thyssenkrupp Aktie: Chaos komplett!

Thyssenkrupp-Aktionäre erleben technische Probleme bei der TKMS-Abspaltung mit fehlerhaften Steuerbuchungen, während gleichzeitig 11.000 Stellen in der Stahlsparte gestrichen werden.

Die Kernpunkte:
  • Fehlerhafte Steuerbuchungen bei TKMS-Aktienzuteilung
  • Massiver Stellenabbau von 11.000 Positionen
  • Produktionsdrosselung auf 9 Millionen Tonnen
  • IG Metall Widerstand gegen Restrukturierungspläne

Die Ruhe am Wochenende ist für Aktionäre von Thyssenkrupp absolut trügerisch. Wer dachte, die Hiobsbotschaft über den massiven Stellenabbau in der Stahlsparte sei der einzige Tiefschlag der Woche gewesen, irrt gewaltig. Ein neues, völlig unerwartetes Problem trifft Anleger dort, wo es am meisten schmerzt: direkt im Geldbeutel. Was als Befreiungsschlag durch die Abspaltung der Marinesparte TKMS geplant war, entpuppt sich als bürokratischer Albtraum. Droht nach dem fundamentalen Beben nun der totale Vertrauensverlust?

Steuer-Schock im Depot

Eigentlich sollte der Spin-off der Rüstungstochter Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) im Oktober ein Grund zur Freude sein. Die Zuteilung der neuen Aktien (Verhältnis 20:1) war als steuerneutrales Manöver angekündigt. Doch die Realität auf den Kontoauszügen vieler Privatanleger sieht an diesem Wochenende düster aus.

Zahlreiche Banken werten die Einbuchung der neuen Anteile fälschlicherweise nicht als neutrale Abspaltung, sondern als steuerpflichtige “Sachdividende”. Die fatale Folge: Den Aktionären wurde Kapitalertragsteuer direkt vom Verrechnungskonto abgezogen. Statt eines Vermögenszuwachses erleben viele einen sofortigen Liquiditätsabfluss. Anstatt sich entspannt zurückzulehnen, müssen Investoren nun den mühsamen Weg des Widerspruchs gehen, um ihr Geld zurückzufordern. Dieser administrative Nackenschlag beschädigt das Vertrauen in die Abwicklung der Konzernaufspaltung massiv.

Radikalkur in der Stahlsparte

Während der Steuer-Ärger “nur” technischer Natur ist, brennt es im Kerngeschäft lichterloh. Die Unsicherheit spiegelt sich auch im Kurs wider: Mit einem Schlusskurs von 9,35 € notiert die Aktie inzwischen spürbar unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 10,25 €, was den kurzfristigen Abwärtstrend technisch untermauert.

Grund hierfür ist die in der letzten Woche konkretisierte Restrukturierung der Stahlsparte Steel Europe. Der Vorstand reagiert auf Überkapazitäten und Billigimporte aus Asien mit einer historischen Zäsur:

  • Massiver Stellenabbau: Von aktuell 27.000 Arbeitsplätzen sollen insgesamt 11.000 wegfallen.
  • Direkte Streichungen: 5.000 Jobs stehen unmittelbar vor dem Aus.
  • Auslagerung: Weitere 6.000 Stellen sollen an externe Dienstleister übergehen.
  • Kapazitätskürzung: Die Produktion wird von 11,5 auf rund 9 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr gedrosselt.

Heißer Tanz mit der Gewerkschaft

Diese Radikalkur ruft erwartungsgemäß die IG Metall auf den Plan. Der Widerstand formiert sich bereits, was die laufenden Verhandlungen mit der indischen Jindal Group über einen möglichen Einstieg zusätzlich erschwert. Die Gewerkschaft fordert Beschäftigungsgarantien, ohne die eine Einigung kaum denkbar scheint.

Für den Handelsstart am Montag braut sich somit eine toxische Mischung zusammen. Die hohe Volatilität von über 35% zeigt, wie nervös die Marktteilnehmer bereits sind. Zwischen dem Frust über fehlerhafte Steuerbuchungen und der Angst vor teuren Streiks geraten die operativen Chancen in den Hintergrund. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass in den kommenden Tagen nicht Kennzahlen, sondern der Konflikt zwischen Management, Banken und Arbeitnehmern den Takt vorgibt.

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