Thyssenkrupp Aktie: China stützt Stahlwerte

Chinas Stahlverband stellt Produktionskürzungen in Aussicht und treibt europäische Stahlwerte an, während Thyssenkrupp hinter Salzgitter bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Thyssenkrupp gewinnt 1,6 Prozent
  • Salzgitter führt den MDax an
  • Chinesischer Verband fordert Produktionsdisziplin
  • Analystenziele liegen zwischen 12 und 18 Euro

Ein Aufruf aus China sorgt am Dienstag für Rückenwind in der europäischen Stahlbranche. Thyssenkrupp legt um 1,6 Prozent zu, bleibt damit aber deutlich hinter Salzgitter zurück, das mit 5,2 Prozent an die MDax-Spitze springt. Der Auslöser liegt weit weg von Duisburg — in Peking.

Chinesische Produzenten rufen zur Selbstdisziplin auf

Der chinesische Stahlverband hat über die Plattform WeChat eine gemeinsame Erklärung führender heimischer Hersteller verbreitet. Der Tenor: strengere Produktionsbeschränkungen und ein Abbau der Lagerbestände. Die Branche trete nach Jahren des Wachstums in eine Phase der „Reduzierung und Optimierung“ ein, heißt es darin.

Für europäische Stahlkonzerne ist das eine gute Nachricht. Weniger chinesisches Angebot bedeutet potenziell weniger Preisdruck aus Fernost — ein Faktor, der die Margen der europäischen Konkurrenz seit Jahren belastet. Entsprechend positiv reagiert der gesamte Sektor: SSAB legt in Stockholm um mehr als drei Prozent zu, voestalpine und ArcelorMittal gewinnen in Wien und Paris bis zu zwei Prozent.

Dass Thyssenkrupp im Vergleich zu Salzgitter schwächer reagiert, dürfte auch am unterschiedlichen Geschäftsprofil liegen. Der Essener Konzern ist neben der Stahlsparte breiter aufgestellt, was die China-Nachricht relativ zur reinen Stahltochter Salzgitter etwas verwässert.

Bei den Analysten zeichnet sich derweil kein einheitliches Bild ab. Die jüngsten Kursziele reichen von 12 bis 18 Euro je Aktie — eine Spanne, die die Unsicherheit über Thyssenkrupps weiteren Weg widerspiegelt, insbesondere mit Blick auf die Stahlsparte und deren Ausgliederungspläne.

Ob die chinesische Ankündigung tatsächlich zu spürbar geringeren Exportmengen führt, bleibt zunächst offen. Für die Stahlpreise am Weltmarkt wäre eine konsequente Umsetzung der angekündigten Kürzungen der entscheidende nächste Schritt.

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