Thyssenkrupp Aktie: Citigroup hebt auf 20 Euro

Mehrere Analysehäuser erhöhten ihre Thyssenkrupp-Kursziele, während operative Fortschritte den Stahloptimismus stützen und Risiken bestehen bleiben.

Die Kernpunkte:
  • Citigroup setzt Kursziel auf 20 Euro
  • DZ Bank wechselt auf Kaufempfehlung
  • Aktie nähert sich dem 52-Wochen-Hoch
  • Nucera-Prognose für 2026 gesenkt

Die jüngste Rally bei Thyssenkrupp bekommt frischen Rückenwind – diesmal von der Wall Street. Citigroup hob am Freitag das Kursziel für die Aktie auf 20 Euro an und bestätigte die Einstufung „Kaufen“.

Auch Bank of America erhöhte ihr Kursziel am Donnerstag und begründete dies mit einer Neubewertung der Gewinne im Stahlgeschäft. Die Papiere reagierten mit deutlichen Gewinnen, wenngleich der Schlusskurs am Freitag mit 14,67 Euro um 1,2 Prozent unter dem Vortagesniveau lag.

Mehrere Häuser ziehen nach

Die Serie an Kurszielerhöhungen reißt seit Wochen nicht ab. Die DZ Bank stufte die Aktie am Donnerstag von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und hob den fairen Wert von 11 auf 16 Euro an – nach eigenen Angaben einer der stärksten kursrelevanten Impulse der vergangenen zwei Wochen.

Bereits Mitte August hatte die Deutsche Bank Research ihr Kaufvotum mit Kursziel 16 Euro bestätigt, während JPMorgan trotz einer Anhebung auf 15 Euro bei „Neutral“ blieb – ein Hinweis darauf, dass selbst zurückhaltendere Häuser die operative Entwicklung inzwischen positiver einschätzen.

Der aktuelle Kurs von 14,67 Euro liegt damit näher an den optimistischeren Kurszielen von Citigroup und Bank of America als an den vorsichtigeren Einschätzungen.

Der Titel notiert nur noch 3,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 15,18 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 12,20 Euro liegt der Kurs um 20 Prozent höher – ein Zeichen für die Wucht der jüngsten Aufwärtsbewegung.

Operative Basis für den Optimismus

Der Anstieg der Kursziele fällt nicht zufällig in eine Phase, in der Thyssenkrupp operativ Boden gutmacht. Der Konzern hatte vor rund zwei Wochen die Prognose angehoben, nachdem im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 gestiegene Umsätze und ein höheres bereinigtes EBIT gemeldet worden waren.

Die Aktie legte seither um 10,0 Prozent zu. Die Analysten scheinen diese Entwicklung nun in ihren Modellen nachzuvollziehen und die fundamentale Erholung des Stahlgeschäfts stärker zu gewichten.

Parallel dazu treibt der Konzern strukturelle Veränderungen voran. Die außerordentliche Hauptversammlung stimmte Anfang August der Verselbstständigung der Sparte tk accelis zu, ein weiterer Schritt in der laufenden Neuausrichtung des Mischkonzerns.

Zudem verhandelt Thyssenkrupp Medienberichten zufolge fortgeschritten über eine Anpassung der Finanzierung der geplanten grünen Stahlanlage im Umfang von 3 Milliarden Euro – ein Projekt, das für die langfristige Transformation des Stahlgeschäfts zentral bleibt.

Risiken bleiben Teil des Bildes

Nicht alle Konzernteile profitieren gleichermaßen. Bei thyssenkrupp nucera senkte das Management die Prognose für das Geschäftsjahr 2026, nachdem der Ausstieg aus den Plänen zur SOEC-Stack-Produktion beschlossen wurde. Das zeigt, dass die Neuausrichtung des Konzerns nicht überall reibungslos verläuft.

Die technischen Indikatoren signalisieren derweil eine überkaufte Situation: Der RSI liegt bei 68,6, die 30-Tage-Volatilität bei 44 Prozent annualisiert – Werte, die auf erhöhte Schwankungsanfälligkeit hindeuten. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 57 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht um 61 Prozent.

Angesichts dieser Dynamik dürfte die Frage, ob die aktuellen Kursziele der Analysten noch Spielraum nach oben lassen oder die Rally bereits vorwegnehmen, in den kommenden Wochen entscheidend für die weitere Kursentwicklung sein.

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