Thyssenkrupp Aktie: Der 10-Milliarden-Poker
Thyssenkrupp kämpft um einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag in Kanada, während hohe Verluste im Stahlgeschäft und der Teilverkauf eines Großaktionärs die Bilanz belasten.

- Marine-Tochter buhlt um 10-Milliarden-Auftrag in Kanada
- Konzern prognostiziert bis zu 800 Millionen Euro Verlust
- Großaktionär BlackRock reduziert seine Beteiligung
- Stahlverkauf an Jindal durch Pensionslasten blockiert
Thyssenkrupp setzt alles auf eine Karte: Mit einem aggressiven Investitionspaket will der Industriekonzern einen gigantischen U-Boot-Auftrag in Kanada an Land ziehen und den südkoreanischen Wettbewerb ausstechen. Doch während die Rüstungstochter Marine Systems (TKMS) in die Offensive geht, drücken hohe Verlustprognosen der Stahlsparte und der Teilrückzug eines Großinvestors auf die Bilanz. Gelingt der Spagat zwischen militärischer Zukunftshoffnung und industrieller Sanierungslast?
- Großauftrag: TKMS kämpft um Lieferung von 12 U-Booten an Kanada
- Verlustwarnung: Konzern erwartet bis zu 800 Millionen Euro Minus
- Großaktionär: BlackRock reduziert Beteiligung auf 5,35 %
Offensive in Nordamerika
Das vorherrschende Thema am Markt ist die Strategie der Konzerntochter TKMS in Kanada. Es geht um viel Geld: Das Auftragsvolumen für bis zu 12 U-Boote der Klasse 212CD wird auf über 10 Milliarden Euro geschätzt. Um den direkten Konkurrenten Hanwha Ocean aus Südkorea zu schlagen, bietet Thyssenkrupp weit mehr als nur Rüstungsgüter an.
Das Angebot umfasst massive Investitionen in kanadische Schlüsselindustrien. Dazu zählen Kooperationen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Batterietechnologie und Raumfahrt, etwa durch eine Zusammenarbeit mit Isar Aerospace. Eine Entscheidung der kanadischen Regierung wird noch im Laufe des Jahres erwartet. Die Aktie honorierte diese Perspektive zuletzt und notiert aktuell bei 11,11 Euro, was einem Plus von 154,41 % auf Sicht von zwölf Monaten entspricht.
Gewinnmitnahmen und Sanierungskosten
Trotz der Rüstungsfantasie gibt es Dämpfer. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat seinen Stimmrechtsanteil von 6,52 % auf 5,35 % reduziert. Angesichts der starken Kursentwicklung im letzten Jahr interpretieren Marktbeobachter diesen Schritt primär als Gewinnmitnahme und weniger als fundamentales Misstrauensvotum.
Schwerer wiegt die operative Lage in der Stahlsparte. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 prognostiziert der Konzern einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro. Verantwortlich dafür sind vor allem Rückstellungen für die notwendige Sanierung des weiterhin defizitären Stahlgeschäfts. Ohne eine Lösung für diesen Bereich bleibt die Bilanz anfällig für Marktschwankungen.
Die Stahl-Hürde
Die Abspaltung des Stahlgeschäfts bleibt der strategische Schlüsselmoment für den Konzern. Aktuell laufen Verhandlungen über den Verkauf von 60 % der Anteile an Jindal Steel. Als zentrales Hindernis erweisen sich dabei die Pensionsverpflichtungen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro. Solange diese Lasten nicht geklärt sind, überschatten sie die Erfolge der anderen Sparten.
Der Blick der Investoren richtet sich nun fest auf den 30. Januar 2026. Auf der anstehenden Hauptversammlung muss das Management konkrete Fortschritte beim Stahl-Deal präsentieren, um das Vertrauen zu rechtfertigen. Bis zur Entscheidung aus Kanada bleibt die Aktie ein Spielball zwischen Rüstungshoffnung und Restrukturierungsrealität.
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