Thyssenkrupp Aktie: Deutsche Bank hebt auf 16 Euro
Thyssenkrupp-Aktionäre stimmen im August über die Abspaltung der Werkstoffsparte ab. Die Deutsche Bank hebt das Kursziel an, während das Stahlgeschäft unter Niedrigwasser leidet.

- Außerordentliche Hauptversammlung am 7. August
- Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 16 Euro
- Niedrigwasser bremst Stahlproduktion in Duisburg
- Zwischenbericht für drittes Quartal am 13. August
Thyssenkrupp steuert auf einen der wichtigsten Termine des Jahres zu. Am 7. August entscheidet eine außerordentliche Hauptversammlung über die Abspaltung der Werkstoffsparte „tk accelis“, vormals Materials Services, und deren geplanten Börsengang noch im laufenden Kalenderjahr. Der Konzern will nach der Transaktion eine Mehrheit von 51 Prozent an der neuen Gesellschaft behalten.
Die Aktie honoriert die Entwicklung. Am Freitag schloss das Papier bei 12,24 Euro, ein Plus von 2,51 Prozent auf Tagessicht. Über 30 Tage steht ein Zuwachs von 13,81 Prozent zu Buche, zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro vom 9. Oktober fehlen noch 7,59 Prozent. Der Titel notiert damit weiterhin deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 11,29 Euro.
Deutsche Bank sieht mehr Potenzial
Rückenwind kam am Mittwoch von der Deutschen Bank. Die Analysten hoben ihr Kursziel für Thyssenkrupp von 14,50 auf 16,00 Euro an und bestätigten ihre Einstufung „Buy“. Auslöser war eine Kapitalmarktveranstaltung der Tochtergesellschaft tk accelis. Am Dienstag hatte tk accelis dort ihre mittelfristigen Finanzziele konkretisiert: Angepeilt wird eine EBITDA-Marge von 4 bis 5 Prozent, ausgehend von 2,0 Prozent im Geschäftsjahr 2024/25, sowie ein jährliches Umsatzwachstum von über 4 Prozent. Erreicht werden soll das Wachstum vor allem über margenstarke Zukäufe in Nordamerika.
Für Anleger verknüpfen sich damit zwei Erzählstränge: Die anstehende Abstimmung über die Abspaltung selbst und die Frage, ob tk accelis als eigenständiges Unternehmen die nötige Ertragskraft aufbauen kann, um den geplanten Börsengang noch 2026 zu tragen. Die Anhebung des Kursziels signalisiert, dass zumindest die Deutsche Bank von der Strategie überzeugt war.
Stahlgeschäft kämpft mit Niedrigwasser
Während die Werkstoffsparte im Zentrum der Unternehmensstrategie steht, macht das Kerngeschäft Stahl derzeit operative Probleme. Medienberichten zufolge beeinträchtigt Niedrigwasser am Rhein die Rohstofflogistik für das Stahlwerk in Duisburg. Thyssenkrupp Steel Europe hat die eigene Schubschifffahrt vorübergehend eingestellt und weicht auf externe Schiffe mit geringerem Tiefgang aus. Die Folge ist eine leichte Drosselung der Produktion – ein Beleg dafür, dass externe Faktoren das operative Geschäft weiterhin belasten können, während der Konzern gleichzeitig seine Konzernstruktur neu ordnet.
Ausblick: Zwischenbericht am 13. August
Seit Montag befindet sich Thyssenkrupp in der stillen Phase vor der Berichterstattung zum dritten Quartal 2025/2026. Zusätzlich läuft seit dem 14. Juli die Handelssperrfrist für Vorstand, Aufsichtsrat und weitere Personen mit Führungsaufgaben, die bis zum 13. August andauert. An diesem Tag veröffentlicht Thyssenkrupp den Zwischenbericht für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres zum Stichtag 30. Juni.
Für die Einordnung der kommenden Zahlen liefert der im April veröffentlichte Analystenkonsens von Vara Research einen Anhaltspunkt: Für das Geschäftsjahr 2025/2026 wird demnach im Median ein Umsatz von 32,522 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT von 819 Millionen Euro erwartet. Ob der Konzern auf Kurs für diese Marken liegt, dürfte am 13. August ebenso im Fokus stehen wie die Frage, wie die Hauptversammlung eine Woche zuvor über die Zukunft von tk accelis entschieden hat.
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