Thyssenkrupp Aktie: Drei Baustellen, kein Boden

Der Rückzug des Großinvestors Amundi, ein wackelnder Verkauf der Stahlsparte und eine anstehende Entscheidung bei Materials Services belasten Thyssenkrupp. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Amundi reduziert Stimmrechtsanteil unter 5 Prozent
  • Verkauf der Stahlsparte an Jindal steht auf der Kippe
  • Interne Frist für Materials Services läuft Ende März ab
  • Rüstungstochter TKMS als einziger Stabilitätsanker

Amundi zieht sich zurück, der Jindal-Deal wackelt, und Ende März läuft eine interne Frist ab. Für Thyssenkrupp verdichten sich gerade mehrere Unsicherheiten gleichzeitig — und der Kurs spiegelt das wider.

Amundi-Rückzug trifft einen schwachen Moment

Am 13. März senkte Europas größter Vermögensverwalter seinen Stimmrechtsanteil an Thyssenkrupp unter die Meldeschwelle von 5 Prozent — von 5,22 auf 4,92 Prozent. Technisch gesehen eine kleine Verschiebung. Der Markt reagierte dennoch mit einem Kurseinbruch von bis zu 10 Prozent an einem einzigen Handelstag.

Institutionelle Investoren gelten als geduldiges Kapital. Wenn sie die Position reduzieren, registriert das der Markt. Die Aktie notiert inzwischen rund 37 Prozent unterhalb ihres Oktober-Hochs von 13,24 Euro.

Jindal-Verhandlungen unter Druck

Der tiefere Belastungsfaktor liegt nicht im Aktionärsregister, sondern in der Stahlsparte. Laut Berichten wächst intern die Skepsis, ob ein Verkauf der Stahlsparte an Indien’s Jindal Steel International überhaupt zustande kommt. Strittig sind vor allem die Finanzierungszusagen, die Jindal für die Stahlsparte leisten müsste — und das in einem Marktumfeld, das in Europa strukturell schwierig bleibt.

Die IG Metall macht ihre Zustimmung von gesicherten Arbeitnehmerinteressen abhängig. Jindal soll zusätzliche Kostensenkungen fordern. Die Schnittmenge beider Positionen ist offenbar schmal.

Was ein Scheitern konkret bedeuten würde, zeigen die Q1-Zahlen des Geschäftsjahres 2025/26: Allein die Restrukturierungskosten bei Steel Europe von 401 Millionen Euro drückten den Konzern in einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro — trotz eines bereinigten EBIT von 211 Millionen Euro auf Konzernebene bei 7,2 Milliarden Euro Umsatz.

Materials Services und der Stabilitätsanker TKMS

Parallel läuft Ende März eine interne Frist für die Handelstochter Materials Services ab. Mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Mitarbeitern soll die Sparte bis Herbst 2026 eigenständig werden — ob per Börsengang, Abspaltung oder Verkauf ist noch offen.

Einen strukturellen Gegenpol liefert die Rüstungstochter TKMS. Seit dem Börsengang im Oktober 2025 hat deren Aktie rund 50 Prozent zugelegt. Der Auftragsbestand beläuft sich auf 18,7 Milliarden Euro, darunter laufende Programme wie die F127-Fregatten und 12 U-Boote der Klasse 212CD für Deutschland und Norwegen. Thyssenkrupp hält 51 Prozent — ein Posten, der im Konzernbild zunehmend als Stabilitätsfaktor wahrgenommen wird.

Den nächsten konkreten Einblick in den Verhandlungsstand mit Jindal und die Entscheidung über Materials Services liefert der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026. Bis dahin dürfte die Aktie — knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 7,79 Euro — kaum Boden finden.

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