Thyssenkrupp Aktie: EBIT springt auf 198 Millionen Euro

Thyssenkrupp-Chef begleitet Wirtschaftsministerin nach Peking. Operative Erholung zeigt sich im Quartalsergebnis, während die Aktie technische Warnsignale sendet.

Die Kernpunkte:
  • CEO auf diplomatischer China-Reise
  • Quartalsgewinn steigt auf 198 Millionen
  • Marine Systems mit Auftragsplus von 32%
  • Aktie 60% über März-Tief, aber überkauft

Während Thyssenkrupp seinen Umbau zur Finanzholding vorantreibt, ist CEO Miguel Ángel López Borrego gerade in Fernost unterwegs — an der Seite von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die mehrtägige Reise nach Peking und Guangzhou soll wirtschaftspolitische Weichen stellen, nicht zuletzt für Rohstoffsicherung und grüne Technologien im Rahmen der „ACES 2030″-Strategie.

Zwei Bühnen, ein Signal

Parallel zur China-Reise präsentiert sich das Unternehmen heute auf der „Baader The Finest CEElection Equity Investor Conference“ in Warschau. Das Management bespielt damit zeitgleich zwei internationale Bühnen — ein klares Zeichen, dass der Konzern trotz laufender Restrukturierung nach außen Stärke demonstrieren will.

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Hintergrund: Die operative Lage hat sich zuletzt spürbar verbessert. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 sprang das bereinigte EBIT auf 198 Millionen Euro — nach nur 19 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Besonders Marine Systems lieferte: Der Auftragseingang kletterte um 32 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro.

Kurs erholt, aber RSI warnt

Die Aktie spiegelt den operativen Aufschwung wider. Mit einem Schlusskurs von 11,49 Euro liegt das Papier rund 60 Prozent über dem März-Tief von 7,15 Euro — und gut 25 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 88,7 signalisiert allerdings, dass die Aktie technisch überkauft ist.

Prognose mit breiter Spanne

Für das Gesamtjahr 2025/2026 peilt das Management ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro an. Die breite Spanne zeigt, wie viel Unsicherheit der Umbau noch mit sich bringt. Beim Free Cashflow vor M&A rechnet der Konzern weiterhin mit einem Minus von bis zu 600 Millionen Euro — belastet durch Restrukturierungsauszahlungen in Automotive Technology und Steel Europe.

Ob die China-Gespräche konkrete Kooperationen oder Investitionszusagen hervorbringen, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Erst dann lässt sich beurteilen, ob die Reise mehr war als diplomatische Netzwerkpflege.

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