Thyssenkrupp Aktie: Ein Tagesrückblick
Thyssenkrupp meldet operativen Gewinnanstieg, doch hohe Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft führen zu einem deutlich tieferen Konzernverlust. Positive Signale kommen von Rekordaufträgen bei TKMS und einem grünen Stahlliefervertrag mit BMW.

- Starkes operatives Ergebnis trotz Umsatzrückgang
- Rekordauftragsbestand im Marinegeschäft TKMS
- Grüner Stahl-Liefervertrag mit BMW ab 2026
- Möglicher Börsengang der Materials Services Sparte
Thyssenkrupp steckt mitten in der eigenen Transformation – und die Zwischenbilanz zeigt das Spannungsfeld deutlich: Operativ läuft nicht alles schlecht, doch die Stahl-Sanierung zieht das Ergebnis tief ins Minus. Gleichzeitig liefern TKMS mit einem Rekordauftragsbestand und ein neuer Grünstahl-Vertrag mit BMW positive Signale. Wie viel Geduld braucht der Markt noch, bis sich der Umbau auch finanziell klarer auszahlt?
Zuletzt blieb die Aktie kurzfristig unter Druck: Am Freitag schloss sie bei 10,47 Euro, in sieben Tagen summiert sich das Minus auf 7,79%.
Zahlenwerk: Operativ besser, unterm Strich tiefer rot
Im ersten Quartal 2025/26 sank der Umsatz um 8% auf 7,2 Mrd. Euro. Das bereinigte EBIT stieg dagegen um 10% auf 211 Mio. Euro. Der Knackpunkt liegt unter dem Strich: Der Periodenfehlbetrag weitete sich auf -334 Mio. Euro aus, nachdem im Vorjahr -33 Mio. Euro ausgewiesen wurden.
Haupttreiber dafür waren Restrukturierungsaufwendungen in Steel Europe von -401 Mio. Euro. Die Konzernprognose für das Gesamtjahr bestätigte das Management – in der Logik der Transformation heißt das: Der Umbau bleibt teuer, aber planmäßig.
Steel Europe: Sanierung, Verkaufsgespräche – und BMW als Signal
Die Stahlsparte bleibt das zentrale Baustellen-Segment. Zwei Schritte gelten dabei als wichtige Meilensteine: der Tarifvertrag zur Stahl-Neuausrichtung (Dezember 2025) sowie ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft von HKM (Februar 2026). Geplant ist, dass Thyssenkrupp Steel Europe die HKM-Anteile zum 1. Juni 2026 an Salzgitter verkauft.
Parallel laufen vertrauliche Verhandlungen mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Steel Europe. Im Mittelpunkt steht eine umfassende Due Diligence.
Operativ setzt Steel Europe zugleich ein strategisches Ausrufezeichen: Ab 2026 soll CO₂-reduzierter bluemint® recycled-Stahl an BMW für die Serienproduktion des BMW iX3 geliefert werden – auch für sicherheits- und funktionskritische Teile wie Außenhaut, Innenraumelemente und das Batteriegehäuse. Genannt werden 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmbreitband, laut Unternehmen 1,35 Tonnen weniger als bei konventioneller Herstellung (TÜV Süd verifiziert).
TKMS und Materials Services: Lichtblicke und nächster Baustein
Im Marinegeschäft liefert TKMS derzeit die klarsten operativen Argumente: Zum 31. Dezember 2025 lag der Auftragsbestand bei 18,7 Mrd. Euro – Rekordniveau. Enthalten ist auch der im ersten Quartal 2025/26 unterschriebene größte Torpedo-Auftrag der Konzerngeschichte für die Bundeswehr.
Zusätzlich gab TKMS ein unverbindliches Übernahmeangebot für German Naval Yards Kiel ab. Nach Rekordauftragsbestand und angehobener Umsatzprognose für 2026 positioniert sich die Sparte damit als aktiver Teil der Konsolidierung in der europäischen Marineindustrie.
Als nächster Transformationsbaustein steht zudem Materials Services im Raum: Laut Reuters könnte eine Abtrennung per Börsengang im Herbst 2026 folgen. Reuters bezifferte den Umsatz der Sparte im letzten Geschäftsjahr auf 11,4 Mrd. Euro.
Im Kapitalmarktumfeld sorgte zuletzt auch eine Stimmrechtsmitteilung für Aufmerksamkeit: Norwegen fiel am 25. Februar bei den direkt gehaltenen Stimmrechten unter 3% und hält direkt 2,99% (zuvor 3,01%). Über Instrumente kommen 0,28% hinzu, womit der Gesamtanteil bei 3,26% liegt.
Der nächste konkrete Termin ist der 12. Mai 2026 mit dem Halbjahresbericht. Bis dahin dürfte sich die Wahrnehmung vor allem daran entscheiden, wie sich die Schritte rund um Steel Europe (inklusive HKM-Transaktion und Jindal-Gespräche) und die IPO-Pläne für Materials Services weiter konkretisieren.
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