Thyssenkrupp Aktie: Eskalation beim Stahlverkauf

Der indische Bieter Jindal Steel fordert tausende zusätzliche Stellenstreichungen, was auf massiven Widerstand der IG Metall stößt und den gesamten Deal gefährdet. Die Aktie verliert.

Die Kernpunkte:
  • Indischer Bieter fordert bis zu 3.000 weitere Entlassungen
  • Gewerkschaft erklärt bestehende Vereinbarungen für unantastbar
  • Aktie verliert deutlich an Wert
  • Gesamter Sanierungsplan des Konzerns in Gefahr

Der geplante Teilverkauf der Stahlsparte droht zu scheitern. Der indische Bieter Jindal Steel fordert nun weit mehr Stellenstreichungen als vereinbart – und stößt damit auf massiven Widerstand der Gewerkschaft. Die Aktie gibt unter den Vorzeichen deutlich nach.

Die Fakten im Überblick:

  • Jindal verlangt zusätzlich 2.000 bis 3.000 Entlassungen
  • Bisher waren 11.000 Stellen zur Disposition
  • IG Metall erklärt bestehende Vereinbarungen für “unantastbar”
  • Aktie verliert rund 1,7 Prozent auf etwa 10,25 Euro

Bieter will Kosten drastischer senken

Der Due-Diligence-Prozess fördert unliebsame Überraschungen zutage. Laut Berichten der “Rheinischen Post” fordert Jindal Steel weitaus umfassendere Einschnitte als ursprünglich kommuniziert. Bei der Stahlsparte mit derzeit rund 26.000 Mitarbeitern würde der Jobabbau damit auf bis zu 14.000 Stellen anwachsen.

Die Gewerkschaft reagiert kompromisslos. IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler bezeichnet die bestehenden Sanierungsvereinbarungen als unantastbar. Diese harte Haltung signalisiert: Weitere Zugeständnisse wird es nicht geben. Für den Gesamtkonzern ist das problematisch, denn der Stahl-Deal gilt als zentral für die strategische Neuausrichtung.

Markt wertet Risiko eines Scheiterns

Anleger preisen die Unsicherheit ein. Während Analysten ein durchschnittliches Kursziel zwischen 10,60 und 11,20 Euro ansetzen, notiert die Aktie darunter. Der Abschlag reflektiert die Sorge, dass der für die Sanierung essenzielle Verkauf platzen könnte.

Operative Lichtblicke aus anderen Konzernteilen verpuffen. Die Sparte Materials Services sicherte sich zwar einen mehrjährigen Liefervertrag mit dem schwedischen Unternehmen Stegra über ein hohes sechsstelliges Tonnenvolumen ab 2027. Doch dieser Erfolg im Werkstoffhandel kann die Belastung durch die Stahl-Querelen nicht ausgleichen.

Verhärtete Fronten belasten Sanierungskurs

Solange Jindal und Gewerkschaft keine Einigung finden, bleibt der Titel anfällig. Die verschärften Forderungen des Bieters werfen die Frage auf, ob der Deal überhaupt noch zu den ursprünglichen Bedingungen zustande kommt. Für Thyssenkrupp würde ein Scheitern bedeuten: Die dringend benötigte Entlastung der Konzernbilanz verzögert sich weiter.

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