Thyssenkrupp Aktie: Fahrwerk wird neu sortiert
Der Konzern verlagert Aufgaben in internationale Zentren; die Stoßdämpferfertigung in Ennepetal bleibt von den Änderungen ausgenommen.

- 160 bis 180 Stellen entfallen
- Verwaltung und Entwicklung sind betroffen
- Ennepetaler Stoßdämpferfertigung bleibt unberührt
- Neue Fahrwerksstruktur startet 2027
Thyssenkrupp baut sein Fahrwerksgeschäft um und streicht dafür Stellen in der Verwaltung und Entwicklung. Die Aktie gab nach der Mitteilung leicht nach, zeitweise auf 14,57 Euro.
Was sich ändert
In der Sparte Automotive Technology fallen an den Standorten Essen und Ennepetal 160 bis 180 Stellen weg. Betroffen sind Positionen in Entwicklung und Engineering sowie in der operativen Steuerung und im Qualitätsmanagement. Produktionsjobs stehen nicht im Mittelpunkt der Ankündigung.
Bisherige Aufgaben der beiden Standorte wandern in bestehende internationale Kompetenzzentren. Auch die Kapazitäten will der Konzern anpassen. Die Stoßdämpferproduktion in Ennepetal bleibt nach Unternehmensangaben ausdrücklich unberührt.
Organisatorisch bündelt Thyssenkrupp im Fahrwerksgeschäft die Kompetenzen für Lenkung, Dämpfung sowie Achs- und Systemlösungen. Die neue Organisation soll zum 1. Januar 2027 starten.
Rhein-Niedrigwasser als Randrisiko
Ein weiteres Thema liegt im Hintergrund: der extrem niedrige Rheinpegel. Bei Kaub fiel der Wasserstand am Wochenende zeitweise auf minus zwei Zentimeter. Für Stahlwerke ist das relevant, weil sie kontinuierlich große Mengen Eisenerz und Kohle benötigen.
Bereits im Juli hatte Thyssenkrupp Steel wegen Versorgungsproblemen die Hochofenproduktion in Duisburg leicht reduziert. Bleibt der Pegel niedrig, dürften die Zuschläge für Transporte weiter steigen. Bei besonders niedrigen Pegeln fallen für Container über Kaub bis zu 1.350 Euro zusätzlich an. Ob der Stahlbereich erneut betroffen ist, lässt sich derzeit nicht sagen.
Der Stellenabbau im Fahrwerk reiht sich in die laufende Neuaufstellung des Konzerns ein. Konkrete Termine gibt es zunächst nur für den Start der neuen Fahrwerksorganisation: Sie soll am 1. Januar 2027 beginnen.
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