ThyssenKrupp-Aktie ist kein heißes Eisen

Im Mai hat ThyssenKrupp gute Zahlen für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2014/15 veröffentlicht. Auch der Ausblick des Stahl- und Industriekonzerns hat überzeugt. Daher dürfen die Zahlen, die das DAX-Unternehmen am 13. August veröffentlichen wird, ebenfalls überzeugend ausfallen.

 

© ThyssenKrupp
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In den ersten sechs Monaten des Fiskaljahres 2014/15 steigerte ThyssenKrupp den Umsatz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 9% auf 21 Mrd. Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte sogar um 31% auf 722 Mio. Euro.

Im gesamten Geschäftsjahr, das am 30. September endet, will der Stahl- und Industriekonzern ein um Sondereffekte bereinigtes EBIT von 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro erzielen. Dies ist eine realistische Ergebnisprognose, denn zum einen profitiert das Unternehmen in Europa von der Konjunkturbelebung und zum anderen wirken sich Sparmaßnahmen positiv auf die Profitabilität aus.

 

Analyst erwartet gute Neun-Monats-Zahlen

Am 13. August wird ThyssenKrupp wieder Quartalszahlen veröffentlichen – sie dürften laut dem Analysten Thorsten Zimmermann von der britischen Investmentbank HSBC gut ausfallen. Seine Einschätzung begründet er unter anderem damit, dass die Entwicklung des europäischen Stahlgeschäfts von ThysssenKrupp positiv überraschen könnte.

Denn Zimmermann zufolge profitieren vor allem große Stahlwerke mit einem weniger spezialisierten Produktportfolio als das ThyssenKrupp-Werk in Duisburg von der Wirtschafterholung in Europa. Risiken sieht der Analyst aber beim Aufzuggeschäft in China.

 

Bilanzqualität von ThyssenKrupp überzeugt nicht

Negativ zu werten ist vor allem die hohe Nettoverschuldung von 4,6 Mrd. Euro (Stand: 31. März 2015). Um sie deutlich zu reduzieren, muss ThyssenKrupp wahrscheinlich weitere Tochtergesellschaften verkaufen. Allerdings dürfte auch die positive Ergebnisentwicklung einen Schuldenabbau ermöglichen.

 

Charttechnisches Kaufsignal

Unter charttechnischen Aspekten erwähnenswert ist der jüngste Sprung des Aktienkurses über die derzeit bei 23,76 Euro verlaufende 38-Tage-Linie. Dadurch wurde ein charttechnisches Kaufsignal generiert. In den letzten Tagen gab es zwar wieder Gewinnmitnahmen, so dass mit einem nochmaligen Test der 38-Tage-Linie zu rechen ist. Aber das könnte sehr gut glücken.

 

Aus Anlegersicht interessant ist zudem der von Analysten im Durchschnitt erwartete Anstieg des Gewinns je Aktie von 1,18 auf 1,60 Euro im kommenden Geschäftsjahr. Basierend auf dieser Prognose errechnet sich ein 2015/16er-KGV von 15,1.

Mit dieser Bewertung ist die ThyssenKrupp-Aktie zwar kein Schnäppchen, aber auch noch nicht zu teuer. Deshalb können Trader einen kleinen Betrag investieren.

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