Thyssenkrupp Aktie: Jindal-Deal ausgesetzt

Die Verhandlungen mit Jindal Steel über die Stahlsparte sind gescheitert. Pensionslasten und Investitionsfragen verhindern eine Einigung.

Die Kernpunkte:
  • Jindal-Deal vorerst gescheitert
  • Pensionsverpflichtungen als Hindernis
  • Lopez setzt auf CO2-Zölle
  • Aktie verliert über zwei Prozent

Thyssenkrupp wollte die kriselnde Stahlsparte loswerden. Nun ist der aussichtsreichste Käufer abgesprungen — zumindest vorerst.

Die Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel International über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an Thyssenkrupp Steel Europe sind ausgesetzt. Der Grund: unüberbrückbare Differenzen bei den Pensionsverpflichtungen, Investitionszusagen und der künftigen Absicherung der Energiekosten. Für Konzernchef Miguel Lopez ist das ein empfindlicher Rückschlag.

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Altlasten blockieren den Verkauf

Lopez verfolgt seit Monaten das Ziel, die Stahlsparte auszugliedern. Thyssenkrupp soll danach nur noch als Minderheitsaktionär beteiligt bleiben. So will der Konzern die finanzielle Volatilität des zyklischen Stahlgeschäfts aus der Konzernbilanz heraushalten.

Das Problem liegt in den Altlasten. Pensionsverpflichtungen und die hohen Kosten für eine grüne Stahlproduktion schrecken potenzielle Käufer ab. Um die Sparte operativ zu stabilisieren, stellte Thyssenkrupp im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres rund 401 Millionen Euro für Restrukturierungsmaßnahmen bereit.

Lopez setzt auf CO2-Zölle und Importquoten

Trotz des Stillstands gibt sich Lopez kämpferisch. Er verweist auf regulatorische Eingriffe, die die europäische Stahlindustrie perspektivisch stützen könnten. Konkret nennt er CO2-Zölle und reduzierte Importquoten als Faktoren, die den Wert von Steel Europe steigern dürften.

Ob diese Hoffnung trägt, ist offen. Die Einführung solcher Maßnahmen liegt nicht in Thyssenkrupps Hand. Und je länger die Sparte im Konzernverbund bleibt, desto mehr Kapital bindet sie.

Kurs unter Druck

Die Aktie reagierte mit einem Minus von 2,82 Prozent auf 11,39 Euro. Das ist kein Ausreißer — der MDAX verlor am gleichen Tag 1,52 Prozent. Allerdings büßte auch die Thyssenkrupp-Tochter TKMS (Marine Systems) 4,20 Prozent ein.

Trotz des heutigen Rückgangs hat die Aktie über zwölf Monate rund 34 Prozent zugelegt. Der aktuelle Kurs liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 9,99 Euro.

Was jetzt zählt

Thyssenkrupp hält offiziell an einer eigenständigen Lösung für Steel Europe fest. Das Management muss nun entscheiden: Gespräche mit Jindal wieder aufnehmen, alternative Käufer ansprechen oder auf regulatorische Rückendeckung warten.

Am 10. Dezember 2025 hatte Lopez noch Zuversicht signalisiert. Heute sieht die Lage anders aus. Solange die Pensionsfrage ungeklärt bleibt, dürfte jeder neue Interessent vor denselben Hürden stehen.

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