Thyssenkrupp Aktie: Kanada-Auftrag für zwölf U-Boote erwartet

Thyssenkrupp treibt Konzernumbau voran, während ein milliardenschwerer U-Boot-Auftrag aus Kanada die Aktie beflügeln könnte.

Die Kernpunkte:
  • Konzernumbau hin zur Finanzholding
  • Kursplus von 17 Prozent seit Jahresstart
  • Milliarden-Poker um U-Boot-Auftrag
  • Hohe Volatilität bleibt bestehen

Thyssenkrupp steht für deutsche Industriegeschichte. Lange Zeit galt der Konzern als schwerfällig. Das ändert sich gerade massiv. CEO Miguel Lopez treibt einen tiefgreifenden Umbau voran. Eine schlanke Finanzholding soll den alten Koloss ersetzen. Die Börse honoriert diesen Kurswechsel. Seit Jahresanfang kletterte das Papier um rund 17 Prozent. Ein starkes Signal.

Abschied vom alten Stahlriesen

Der Wandel zeigt sich an vielen Fronten. Thyssenkrupp trennt sich konsequent von Randbereichen. Das Management verkaufte kürzlich den restlichen Anteil am italienischen Edelstahlwerk Terni an Arvedi. Parallel dazu positioniert der Vorstand einzelne Sparten neu. Am 10. Juni erhielt die Handelssparte für Werkstoffe einen neuen Namen. Als „tk accelis“ soll der Bereich künftig eigenständiger agieren. Das Ziel: die klare Kapitalmarktreife.

Währenddessen läuft in Duisburg das Projekt „tkH2Steel“. Der Konzern baut dort moderne Anlagen zur Direktreduktion. Grüner Wasserstoff wird künftig Kohle ersetzen. Bis 2045 will Thyssenkrupp seinen Stahl komplett klimaneutral produzieren. Bund und Land fördern dieses Großprojekt massiv.

Milliarden-Poker bei U-Booten

Ein weiterer Treiber rückt die Rüstungssparte ins Rampenlicht. Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) kämpft um einen gigantischen Auftrag aus Kanada. Die dortige Regierung sucht neue konventionelle U-Boote. TKMS bietet bis zu zwölf Schiffe des Typs 212CD an.

Fällt die Entscheidung noch in diesem Monat zugunsten von Thyssenkrupp aus? Ein solcher Milliardenauftrag würde die Position von TKMS auf dem globalen Verteidigungsmarkt sofort zementieren. Das gäbe Lopez enormen Spielraum für die geplante Abspaltung der Marinesparte.

Volatilität bleibt hoch

Anleger verfolgen den Wandel genau. Die Aktie beendete den Freitagshandel bei 11,36 Euro. Damit hat sich der Kurs seit dem Tief im März eindrucksvoll erholt. Das Papier notiert fast 60 Prozent über der Marke von 7,10 Euro.

Auch der langfristige Trend zeigt nach oben. Die Aktie liegt rund 13 Prozent über der wichtigen 200-Tage-Linie. Allerdings bleibt das Papier sehr schwankungsanfällig. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 52 Prozent. Kursschwankungen gehören hier zum Alltag.

Der Juni bringt für Thyssenkrupp eine entscheidende Weichenstellung. Der kanadische U-Boot-Auftrag könnte als starker Kurskatalysator wirken. Unabhängig davon muss Lopez beweisen, dass unabhängige Einheiten wie Nucera und tk accelis nachhaltig Werte schaffen. Hält die operative Dynamik an, rückt das 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro wieder in greifbare Nähe.

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