Thyssenkrupp Aktie: Kapitalmarkttag entscheidet über Bewertung
Thyssenkrupp richtet den Blick auf den Kapitalmarkttag am 28. September, an dem Steel Europe und die geplante TK-Accelis-Abspaltung im Mittelpunkt stehen.

- Aktie nahe dem 52-Wochen-Hoch
- Steel Europe soll eigenständig saniert werden
- Kapitalmarkttag findet am 28. September statt
- TK-Accelis-Börsengang für Ende Oktober geplant
Thyssenkrupp steuert auf einen Termin zu, der über die künftige Bewertung des Konzerns entscheiden könnte: Am 28. September steht der Kapitalmarkttag an. Für Anleger ist das der eigentliche Prüfstein, nachdem die Aktie zuletzt schon von mehreren Sonderthemen profitiert hat.
Die Aktie notiert aktuell bei 15,37 Euro und liegt damit nur noch 2,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 15,79 Euro, das erst am 8. September markiert wurde. Damit hat das Papier seinen jüngsten Lauf fast vollständig in Reichweite des Rekords gehalten – ein Signal dafür, dass der Markt die anstehenden Weichenstellungen bereits mit Vorschusslorbeeren bedenkt.
Steel Europe soll aus eigener Kraft zurückkommen
Im Zentrum der Erwartungen steht die Stahlsparte. Nachdem die Gespräche mit dem indischen Partner Jindal International Steel über eine Beteiligung an Thyssenkrupp Steel Europe im Mai pausiert wurden, hat der Konzern einen anderen Weg eingeschlagen: die Sanierung in Eigenregie.
Als Begründung nannte Thyssenkrupp damals Fortschritte beim Sanierungstarifvertrag mit der IG Metall, Eckpunkte mit Salzgitter zur Zukunft des Hüttenwerks HKM sowie eine verbesserte EU-Regulierung im Bereich Handelsschutz. Jindal selbst bezeichnete sich weiterhin als „freundschaftlich verbunden“ mit dem Konzern.
Diese Gemengelage aus Restrukturierung, Standortfragen und regulatorischem Rückenwind bildet den Hintergrund, vor dem der Kapitalmarkttag stattfindet. Investoren erwarten dort Konkretisierungen zur Strategie der Stahlsparte – jenem Bereich, der Thyssenkrupp in den vergangenen Jahren am stärksten belastet hat und dessen Neuausrichtung nun ohne externen Partner gelingen soll.
Zwischenbericht lieferte bereits erste Hinweise
Einen ersten Ausblick auf die Themen, die beim Kapitalmarkttag vertieft werden dürften, gab bereits der Zwischenbericht zu den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026, den Vorstandsvorsitzender Miguel Ángel López Borrego und Finanzvorstand Axel Hamann Mitte August vorstellten. Die dort skizzierten Fortschritte bei der Konzernumbau-Agenda dürften nun in konkretere Zielmarken münden.
Parallel dazu bleibt die Abspaltung der Sparte TK Accelis, vormals Materials Services, ein wichtiger Fixpunkt für das Gesamtjahr. Aktionäre hatten der Trennung bereits im August zugestimmt, der Börsengang an der Frankfurter Börse ist für Ende Oktober geplant.
TK Accelis soll dabei zunächst mit 51 Prozent bei Thyssenkrupp verbleiben, später mit 30 Prozent, während 49 Prozent im Verhältnis eine tk-accelis-Aktie je 20 Thyssenkrupp-Aktien an die Aktionäre gehen. Mit einem Umsatz von 11,4 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr und rund 15.300 Mitarbeitern ist die Sparte kein Nebenschauplatz, sondern ein eigenständiger Baustein der Konzernstory.
Was der Kapitalmarkttag klären muss
Für die Bewertung der Aktie dürfte entscheidend sein, ob der Kapitalmarkttag konkrete Zahlen zur Profitabilität von Steel Europe liefert und wie belastbar der Zeitplan für TK Accelis tatsächlich ist.
Die Aktie hat mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 47 Prozent bereits gezeigt, wie sensibel sie auf neue Nachrichten reagiert – Enttäuschungen beim Umbauplan dürften sich entsprechend schnell im Kurs niederschlagen. Bis dahin bleibt der 28. September der Termin, auf den der Markt seinen Blick richtet.
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