Thyssenkrupp Aktie: Kraftwerksgesetz mit 11 Gigawatt

Das neue Kraftwerksgesetz mit 11 GW Kapazität verspricht Aufträge für Thyssenkrupp Nucera. Der Nucera-CEO zieht in den Wasserstoffrat ein.

Die Kernpunkte:
  • Bundestag und Bundesrat billigen Kraftwerksgesetz
  • 11 GW wasserstofffähige Gaskraftwerke geplant
  • Nucera-Chef Ponikwar im Wasserstoffrat
  • Thyssenkrupp-Aktie zeigt sich robust

Bundestag und Bundesrat haben grünes Licht gegeben. Das neue Kraftwerksgesetz sieht wasserstofffähige Gaskraftwerke mit 11 Gigawatt Kapazität vor. Für Thyssenkrupp Nucera als Anlagenbauer könnte das neue Aufträge bedeuten.

Kraftwerksgesetz passiert Bundesrat

Am 9. und 10. Juli billigten Bundestag und Bundesrat das Gesetz. Union und SPD stimmten zu, die Opposition votierte dagegen. Die neuen Anlagen sollen spätestens Ende 2031 am Netz sein.

Bis 2045 müssen sie komplett auf grünen Wasserstoff umgestellt sein. Unionsfraktionsvize Sepp Müller nannte das Gesetz einen „Sicherheitsgurt“ für die Stromversorgung. Es soll Kapazitäten für Dunkelflauten sichern – also für Zeiten ohne ausreichend Wind- und Sonnenstrom.

RWE-Chef Markus Krebber begrüßte die Entscheidung bereits. Sein Konzern plant drei wasserstofffähige Gaskraftwerke mit rund drei Gigawatt Leistung in Nordrhein-Westfalen. „Entscheidend ist jetzt, dass die EU-Kommission die beihilferechtliche Genehmigung zügig erteilt und die Auktionen im Herbst starten können“, erklärte Krebber. Erste Anlagen könnten demnach um 2030 in Betrieb gehen.

Nucera-Chef rückt in den Wasserstoffrat

Die politische Aufwertung zeigt sich auch personell. Nucera-CEO Werner Ponikwar zieht in den reformierten Nationalen Wasserstoffrat ein. Das Gremium berät die Bundesregierung bei der Umsetzung der Wasserstoffstrategie bis 2045.

Ponikwar vertritt dort die Interessen der Anlagenbauer. Sein Fokus liegt auf der wirtschaftlichen Absicherung von Großprojekten. Das Ziel: Wasserstoffprojekte für Geldgeber attraktiver machen. Marktbeobachter sehen hier bislang eine Lücke – vielen Vorhaben fehlt die Nachfragesicherheit, die Banken für eine Finanzierung verlangen.

Die Nucera-Aktie selbst bleibt trotz der politischen Rückenwind-Nachricht angeschlagen. Sie notiert bei 7,51 Euro und hat sich damit nur leicht vom jüngsten 52-Wochen-Tief bei 6,92 Euro erholt. Seit Jahresbeginn steht bei dem Papier ein deutliches Minus.

Mutteraktie zeigt sich robust

Thyssenkrupp selbst läuft besser. Die Aktie schloss am Dienstag bei 11,69 Euro, ein Plus von 2,86 Prozent auf Monatssicht. Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von 20,86 Prozent zu Buche.

Zum 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro vom Oktober fehlen noch knapp 12 Prozent. Vom Jahrestief bei 7,10 Euro Ende März hat sich die Aktie dagegen um 64,60 Prozent erholt. Der RSI von 56,8 zeigt eine neutrale bis leicht überkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität von rund 51,79 Prozent bleibt hoch – ein Muster, das sich auch bei den Töchtern Nucera und TKMS zeigt.

Das Gesetz schafft einen Rahmen. Ob daraus konkrete Aufträge für die Elektrolyse-Sparte werden, ist eine andere Frage. Parallel treibt der Mutterkonzern seinen Umbau voran, etwa mit der Abspaltung der Werkstoffsparte tk accelis.

Die für August angekündigten Quartalszahlen dürften erste Hinweise liefern, ob sich die politische Rückendeckung bereits in Auftragseingängen niederschlägt.

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