Thyssenkrupp Aktie: Norges Bank unterschreitet Drei-Prozent-Schwelle
Thyssenkrupp bereitet die Verselbstständigung der profitablen Sparte Materials Services vor. Aktionäre sollen im Sommer abstimmen.

- Handelssparte MX vor Verselbstständigung
- Gewinn der Sparte fast verdreifacht
- Norwegischer Staatsfonds reduziert Anteil
- Aktie erholt sich deutlich vom Jahrestief
Thyssenkrupp treibt den Umbau zur Finanzholding voran. Der nächste große Schritt: die Verselbstständigung der Handelssparte Materials Services (MX). Das Management prüft eine außerordentliche Hauptversammlung im Sommer – dort sollen die Aktionäre über die Abspaltung abstimmen.
Die operative Entwicklung gibt Rückenwind. Im zweiten Quartal steigerte MX den bereinigten Gewinn auf 81 Millionen Euro – fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte um fünf Prozent auf 3,19 Milliarden Euro zu. Ein Börsengang oder Spin-off der Sparte, die mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaftet, ist noch für dieses Kalenderjahr möglich – vorausgesetzt, das Marktumfeld bleibt stabil.
Staatsfonds reduziert Anteil
Parallel dazu hat sich der norwegische Staatsfonds von Thyssenkrupp-Aktien getrennt. Die Norges Bank unterschritt die Meldeschwelle von drei Prozent der Stimmrechte. Der Fonds hatte die Schwelle erst im Februar überschritten – der Schritt gilt als Teil einer routinemäßigen Portfolio-Umschichtung.
Auf Konzernebene zeigt sich ebenfalls eine leichte Besserung. Das bereinigte EBIT lag im zweiten Quartal bei 198 Millionen Euro – deutlich über dem Vorjahr. Die Marine-Sparte profitierte von neuen Aufträgen, darunter eine Erweiterung der U-Boot-Bestellungen der Klasse 212CD für Norwegen.
Kurs erholt sich deutlich
Die Aktie notiert am Freitag bei 11,74 Euro und damit 1,82 Prozent über dem Vortagesschluss. Seit dem Jahrestief bei 7,15 Euro Ende März hat sich der Kurs mehr als 60 Prozent erholt – der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro schrumpft. Der RSI liegt bei 62,2, das Papier ist weder überkauft noch überverkauft.
Die größte Baustelle bleibt die Stahlsparte Steel Europe. Nach den gescheiterten Gesprächen mit Jindal Steel International sucht der Konzern weiter nach einer dauerhaften Lösung. Das Eigenkapital blieb mit 10,3 Milliarden Euro stabil.
Die Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung wird im Juni erwartet. Sie dürfte den genauen Zeitplan für den Spin-off von Materials Services liefern – und damit den nächsten Meilenstein in der Transformation des Traditionskonzerns.
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