Thyssenkrupp Aktie: Nucera-Umsatz bricht auf 50 Millionen ein
Thyssenkrupp Marine Systems gleicht operative Verluste der Wasserstofftochter Nucera aus. Die Aktie notiert knapp über der 200-Tage-Linie.

- Marine-Sparte als Stabilitätsanker
- Nucera mit massivem Umsatzrückgang
- Aktie kämpft mit 200-Tage-Durchschnitt
- Mögliche Verselbstständigung von TKMS
Starke Rüstung, schwacher Wasserstoff. Bei Thyssenkrupp klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Während die Marine-Sparte von einer massiven Sektor-Rotation profitiert, bricht das Wasserstoff-Geschäft operativ ein. Dieser Spagat prägt aktuell die Bewertung des gesamten Konzerns.
Absturz bei der Wasserstoff-Tochter
Die Zahlen der Tochtergesellschaft Thyssenkrupp Nucera zeigen erhebliche Schwierigkeiten. Der Umsatz brach im zweiten Geschäftsquartal um 77 Prozent auf 50 Millionen Euro ein. Parallel dazu rutschte das operative Ergebnis auf minus 65 Millionen Euro ab.
Seit dem Börsengang Mitte 2023 verlor die Nucera-Aktie massiv an Wert. Das Papier notiert aktuell bei 7,21 Euro. Einziger Lichtblick bleibt der Auftragseingang. Dieser vervierfachte sich im Berichtszeitraum und sichert die künftige Auslastung.
Marine-Sparte als rettender Anker
Ganz anders präsentiert sich Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Die Rüstungssparte profitiert von einer deutlichen Umschichtung der Anlegergelder in Richtung Verteidigung und Raumfahrt. In einem schwachen industriellen Umfeld gilt der maritime Bereich als zentraler Stabilisator für den Mutterkonzern.
Die Folge: Die Dynamik im Rüstungssektor nimmt weiter zu. So plant das Unternehmen KNDS Berichten zufolge seinen Börsengang noch vor der Sommerpause. Solche Schritte werten auch die Thyssenkrupp-Tochter indirekt auf.
Das breitere wirtschaftliche Umfeld bleibt derweil angespannt. Die deutsche Industrie kämpft mit stagnierendem Wachstum und hohen Energiepreisen. Laut Umfragen planen 60 Prozent der Industrieunternehmen im laufenden Jahr einen Stellenabbau. Auch Branchengrößen wie Volkswagen oder Bosch kündigten bereits harte Sparmaßnahmen an.
Charttechnik und Kursmarken
Die Thyssenkrupp-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 10,31 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet das Papier ein Minus von rund 12 Prozent. Auf Jahressicht hält die Aktie jedoch noch ein Plus von gut 12 Prozent.
Aktuell kämpft der Kurs mit wichtigen Marken. Die Aktie notiert knapp drei Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,02 Euro. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 42,4 Punkten. Das signalisiert eine neutrale, aber leicht angeschlagene Verfassung.
Die weitere Entwicklung hängt nun stark von strategischen Entscheidungen ab. Eine mögliche Verselbstständigung der Marine-Sparte könnte stille Reserven heben. Charttechnisch bleibt die Lage brisant. Fällt der Kurs unter den 200-Tage-Durchschnitt, droht weiterer Verkaufsdruck. Hält die Unterstützung im Bereich von 10 Euro, bestätigt das den langfristigen Aufwärtstrend.
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