Thyssenkrupp Aktie: Plötzlich im Abwärtstrend?

Thyssenkrupp kämpft mit schwacher Stahlnachfrage, während die Marinesparte TKMS auf milliardenschwere Aufträge hofft. Der Zwischenbericht am 12. Mai gibt Aufschluss.

Die Kernpunkte:
  • Stahlproduktion steigt nur leicht
  • TKMS mit Aufträgen im Milliardenbereich
  • Entscheidung zu U-Booten erwartet
  • Zwischenbericht am 12. Mai

Thyssenkrupp agiert derzeit in zwei völlig verschiedenen Welten. Während das Rüstungsgeschäft auf milliardenschwere Entscheidungen wartet, kämpft die Stahlsparte mit einer hartnäckigen Branchenkrise. Anleger bewerten diese Diskrepanz offenbar mit Skepsis. Am Freitag schloss die Aktie bei 8,82 Euro. Damit notiert das Papier gut zehn Prozent unter der viel beachteten 200-Tage-Linie.

Stahlerholung auf niedrigem Niveau

Die deutsche Stahlindustrie meldet für das erste Jahresviertel einen Produktionsanstieg auf 9,3 Millionen Tonnen. Entwarnung gibt der Branchenverband WV Stahl deswegen nicht. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies einer Menge, die spürbar unter der Schwelle von 40 Millionen Tonnen liegt. Dieser Wert gilt als Minimum für eine gesunde Kapazitätsauslastung der Hüttenwerke.

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Das Problem ist tiefgreifender Natur. Seit dem Jahr 2017 ist die Stahlnachfrage in Deutschland um rund ein Drittel eingebrochen. Eine leichte Stabilisierung am Markt werten Experten primär als Lageraufbau, nicht als echte Belebung. Globale Überkapazitäten belasten das Geschäft der Duisburger weiterhin.

Rüstungssparte als Ertragsanker

Ein ganz anderes Bild zeichnet die Marinesparte TKMS. Der Bereich startet mit einem prall gefüllten Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro in das laufende Geschäftsjahr. In den kommenden Wochen stehen hier weitreichende Entscheidungen an.

Bis Ende April erwartet die kanadische Regierung überarbeitete Angebote für ihr U-Boot-Programm. Parallel dazu rückt das F127-Fregatten-Programm der Bundeswehr in den Fokus. Hier gilt TKMS als einziger verbleibender Bieter. Der Haushaltsausschuss stimmt voraussichtlich am 24. Juni über die Finanzierung ab.

Halbjahr im Fokus

Am 12. Mai legt Thyssenkrupp seinen nächsten Zwischenbericht vor. Im abgelaufenen Quartal stieg das operative Ergebnis trotz sinkender Umsätze auf 211 Millionen Euro. Der Vorstand hielt an der Jahresprognose fest.

Neben den reinen Zahlen rücken strategische Baustellen in den Vordergrund. Marktbeobachter warten auf Details zu den Gesprächen mit dem indischen Konkurrenten Jindal Steel. Jüngste Insiderberichte deuten auf ein mögliches Scheitern der Verhandlungen hin. Auch die europäische Handelspolitik bleibt ein Faktor. Das EU-Parlament verhandelt derzeit über striktere Importquoten. Neue Schutzzölle sollen die heimischen Standorte ab Sommer entlasten.

Ein weiterer potenzieller Werthebel liegt in der verbleibenden Beteiligung an TK Elevator. Thyssenkrupp hält noch gut 16 Prozent an dem Aufzugshersteller. Die Haupteigentümer prüfen aktuell einen Börsengang in der zweiten Jahreshälfte. Ein solches Listing könnte das Unternehmen mit bis zu 25 Milliarden Euro bewerten.

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