Thyssenkrupp Aktie: Stahldeal wackelt

Die Verhandlungen zum Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel drohen zu scheitern. Dies belastet die Aktie und gefährdet die Sanierung des Konzerns, der bereits mit hohen Verlusten kämpft.

Die Kernpunkte:
  • Verhandlungen mit Jindal Steel drohen zu platzen
  • Aktie verliert deutlich an Wert
  • Stahlgeschäft verursacht hohe Verluste
  • Konzern sieht sich mehreren strategischen Baustellen gegenüber

Der geplante Verkauf der kriselnden Stahlsparte an den indischen Konzern Jindal Steel & Power galt als zentraler Baustein der Konzernsanierung. Nun mehren sich die internen Zweifel an einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Für Anleger bedeutet diese Hängepartie einen herben Rückschlag inmitten eines ohnehin schon komplexen Umbaus.

Zähe Verhandlungen belasten den Kurs

Berichte über ein mögliches Scheitern der seit sechs Monaten laufenden Gespräche schickten die Papiere des Essener Industriekonzerns am Donnerstag auf Talfahrt. Zeitweise verlor der Titel rund zehn Prozent an Wert. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 8,32 Euro hat sich das Minus seit Jahresbeginn mittlerweile auf knapp 14 Prozent ausgeweitet.

Laut Insidern schwindet in der Führungsebene zunehmend die Zuversicht, dass eine Einigung erzielt werden kann. Jindal hatte zuletzt weitere Kostensenkungen gefordert, während die IG Metall weitreichende Beschäftigungsgarantien zur Bedingung für eine Zustimmung macht. Analysten hatten bereits im Vorfeld Bedenken geäußert. So verwiesen Experten der Citigroup auf die hohen Pensionsverpflichtungen, während JPMorgan den generellen Mehrwert des Übernahmeangebots infrage stellte.

Teurer Umbau auf mehreren Baustellen

Ein geplatzter Deal käme zur Unzeit, denn das Stahlgeschäft erweist sich als massiver Kostenfaktor. Allein im jüngsten Quartal drückten Restrukturierungsaufwendungen in diesem Bereich das Konzernergebnis mit 334 Millionen Euro tief in die roten Zahlen. Auch für das Gesamtjahr plant das Management primär wegen dieser Rückstellungen mit einem deutlichen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro. Ein zusätzlicher Rückschlag ist der jüngst pausierte Einkauf von grünem Wasserstoff für das Werk in Duisburg, da die eingegangenen Preisangebote die Erwartungen deutlich übertrafen.

Parallel muss der Vorstand weitere strategische Initiativen abarbeiten. Bis Ende März muss die Handelstochter Materials Services operative Fortschritte auf dem Weg zur geplanten Eigenständigkeit nachweisen. Als relativer Stabilitätsanker fungiert derzeit lediglich die Marinesparte TKMS, an der Thyssenkrupp nach dem erfolgreichen Teil-Börsengang im vergangenen Herbst noch 51 Prozent hält und die auf einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro sitzt.

Ein wichtiger Termin für die künftige strategische Ausrichtung ist der 12. Mai 2026. Mit der Vorlage des Halbjahresberichts erwarten Marktbeobachter konkrete Antworten zu drei zentralen Baustellen:

  • Den finalen Verhandlungsstatus mit Jindal Steel
  • Die Ergebnisse der strategischen Überprüfung bei Materials Services
  • Den Fortschritt bei der HKM-Anteilsübertragung

Bis dahin bleibt die fundamentale Neuausrichtung des Konzerns ein Balanceakt mit erheblichen finanziellen Risiken.

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