Thyssenkrupp Aktie: Stahlsparte rechnet vor

Die Stahlsparte strebt mindestens 1,2 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA und eine Marge von mindestens 11 Prozent an.

Die Kernpunkte:
  • Rund 4.000 Stellenstreichungen umgesetzt
  • Mehr als 800 Millionen Euro EBITDA-Beitrag erwartet
  • Trennung von HKM im Sommer abgeschlossen
  • Europäische Verselbstständigung bleibt strategisches Ziel

Auf dem Kapitalmarkttag hat die Stahlsparte von Thyssenkrupp konkrete Zahlen genannt — und die klingen ambitionierter als das, was der Konzern zuletzt gewohnt war. Mittelfristig soll ein bereinigtes EBITDA von mindestens 1,2 Milliarden Euro bei einer Marge von mindestens 11 Prozent stehen. Dazu ein positiver freier Cashflow. Für eine Sparte, die jahrelang als Sanierungsfall galt, ist das eine deutliche Ansage.

Der Umbau trägt erste Früchte

Der Weg dahin führt über harte Einschnitte. Von rund 11.000 geplanten Stellenstreichungen sind bereits etwa 4.000 umgesetzt, die verbleibende Belegschaft der Stahlsparte liegt bei rund 26.000 Mitarbeitern. Die Trennung von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann wurde diesen Sommer abgeschlossen — ein weiterer Baustein im Umbauprogramm.

Restrukturierungsvereinbarung und Kosteneffizienzprogramm sollen zusammen mehr als 800 Millionen Euro zum EBITDA beisteuern. Hinzu kommt Rückenwind von außen: Das Unternehmen verweist auf ein verbessertes regulatorisches Umfeld und mehr Stabilität am europäischen Stahlmarkt. Beides zusammen soll die Basis liefern, um die avisierten Margenziele auch tatsächlich zu erreichen.

Verselbstständigung bleibt das Ziel

Strategisch hält Thyssenkrupp an seinem Kurs fest: Die Stahlsparte soll sich in Europa verselbstständigen, der Konzern könnte dabei eine Minderheitsbeteiligung behalten. Parallel dazu treibt der Konzern seinen Konzernumbau an anderer Stelle voran. Mit Nucera und TKSM wurden bereits zwei Bereiche ausgegliedert, TK Accelis — vormals Materials Services — soll folgen. Der dafür gesetzte Zeitplan gilt als ambitioniert.

Die auf dem Kapitalmarkttag präsentierten Ziele geben nun einen konkreten Maßstab vor, an dem sich die Stahlsparte in den kommenden Quartalen messen lassen muss. Mit knapp 11 Prozent Marge und über 800 Millionen Euro Ergebnisbeitrag aus den Restrukturierungsmaßnahmen hat das Management klare Zahlen genannt, an denen der Fortschritt künftig überprüfbar ist.

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