Thyssenkrupp Aktie: TKMS mit 20,6 Milliarden Auftragsbestand

TKMS sucht über 330 neue Fachkräfte und verzeichnet einen Auftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro. Die Aktie profitiert vom Boom.

Die Kernpunkte:
  • Massiver Personalaufbau bei TKMS
  • Auftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro
  • Umsatz und Gewinn legen deutlich zu
  • Aktie mit 35 Prozent Jahresplus

Bei Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) laufen die Bänder heiß. Die mehrheitlich zum Thyssenkrupp-Konzern gehörende Rüstungssparte sucht aktuell mehr als 330 neue Mitarbeiter. Gesucht werden Ingenieure und Projektmanager, vor allem für den Hauptsitz in Kiel. Für die Konzernmutter ist dieser massive Personalaufbau ein starkes Signal.

Kapazitäten am Limit

Der Ausbau beschränkt sich nicht auf Kiel. Auch Standorte wie Hamburg, Bremen und Emden rüsten personell auf. In Wismar soll die Belegschaft in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Ziel sind bis zu 1.500 Beschäftigte. Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt diesen Kurs politisch.

Für Thyssenkrupp-Aktionäre ist das entscheidend. Die Essener halten nach dem Börsengang im Oktober 2025 weiterhin 51 Prozent an TKMS. Damit profitiert der Mutterkonzern direkt vom operativen Wachstum der Marinesparte.

Milliardenschwerer Auftragsbestand

Hinter der Einstellungswelle steht eine prall gefüllte Pipeline. TKMS sammelte im ersten Geschäftshalbjahr Aufträge im Wert von 3,4 Milliarden Euro ein. Der gesamte Auftragsbestand türmt sich mittlerweile auf rund 20,6 Milliarden Euro. Kein Wunder. Das Unternehmen muss dringend neue Kapazitäten schaffen, um diese Berge abzuarbeiten.

Operativ schlägt sich das bereits nieder. Der Halbjahresumsatz stieg auf knapp 1,17 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 60 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 5,1 Prozent.

Für das Gesamtjahr peilt das Management ein Umsatzwachstum von bis zu fünf Prozent an. Die Gewinnmarge soll dabei die Marke von sechs Prozent übertreffen. Mittelfristig stehen sogar mehr als sieben Prozent im Raum.

Kontrastprogramm zum Gesamtkonzern

Der Erfolg der Tochtergesellschaft bildet einen scharfen Kontrast zum Mutterkonzern. Thyssenkrupp rechnet im laufenden Jahr weiterhin mit einem negativen Cashflow und tiefroten Zahlen beim Jahresüberschuss. Der Umbau zur reinen Finanzholding läuft schleppend.

An der Börse honorieren Investoren das Marine-Geschäft dennoch. Die Thyssenkrupp-Aktie notierte am Montag bei 11,43 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht damit ein Plus von 34,82 Prozent auf der Kurstafel. Der Titel hält sich zudem stabil über der wichtigen 200-Tage-Linie von 10,04 Euro.

Die Strategie der Essener nimmt langsam Form an. TKMS liefert als eigenständig gelistete Tochter starkes operatives Wachstum und wird am Markt separat bewertet. Hält der Rüstungsboom an, bleibt die Mehrheitsbeteiligung der stärkste Werttreiber für die Thyssenkrupp-Aktie im laufenden Geschäftsjahr.

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