Thyssenkrupp Aktie: Überraschende Turbulenzen?

Die Aktie von Thyssenkrupp verliert deutlich, da der geplante Verkauf der Stahlsparte zu scheitern droht und gleichzeitig der gesamte Sektor unter Druck gerät.

Die Kernpunkte:
  • Verhandlungen zum Stahlsparten-Verkauf vor dem Aus
  • Aktie verzeichnet deutliche Kursverluste
  • Branchenweiter Druck durch Konjunktursorgen
  • Schwache Zahlen bei US-Konkurrent Worthington Steel

Gleich zwei schlechte Nachrichten treffen Thyssenkrupp heute hart. Die Aktie gehört zu den größten Verlierern im deutschen Markt – und die Gründe dafür liegen sowohl im eigenen Haus als auch im Umfeld.

Drohender Verkauf scheitert

Am stärksten wiegt die Nachricht aus den Verhandlungsräumen: Die Gespräche über den Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel International stehen offenbar vor dem Scheitern. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Für Thyssenkrupp wäre das ein empfindlicher Rückschlag – die Trennung von der defizitären Stahltochter gilt als zentrales Element der Konzernumbau-Strategie.

Branchendruck verschärft die Lage

Hinzu kommt der allgemeine Gegenwind für den gesamten Sektor. Konjunktursorgen lasten auf europäischen Rohstoff- und Stahlwerten. Der Stoxx Europe 600 Basic Resources hatte sich zuletzt zwar deutlich erholt, gerät nun aber wieder unter Druck. Thyssenkrupp verliert am Vormittag rund 4 Prozent, Salzgitter und ArcelorMittal zeigen ähnliche Verluste.

Befeuert wird die schlechte Stimmung durch schwache Quartalszahlen aus Übersee: Der US-Stahlverarbeiter Worthington Steel meldete für das dritte Geschäftsquartal einen operativen Gewinn von kaum noch 3 Millionen Dollar – ein drastischer Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nachbörslich brach der Kurs um fast 13 Prozent ein, was die Risikowahrnehmung für die gesamte Branche weiter trübt.

Immerhin eine Randnotiz mit positiver Note: Der Vermögensverwalter Amundi hat seinen Stimmrechtsanteil an Thyssenkrupp zuletzt auf rund 5,2 Prozent ausgebaut – eine reguläre Meldung, die jedoch zeigt, dass institutionelle Investoren die Aktie weiterhin auf dem Radar haben.

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