Thyssenkrupp Aktie: Umsatzprognose gesenkt auf minus 3 Prozent

Thyssenkrupp verzeichnet Rekordaufträge im Marinebereich, senkt aber den Umsatzausblick. Analysten zeigen sich gespalten.

Die Kernpunkte:
  • TKMS mit Rekordauftragsbestand von 20,6 Milliarden
  • Umsatzprognose für Gesamtkonzern gesenkt
  • Stahlsparte treibt Restrukturierung voran
  • Aktie reagiert mit leichten Verlusten

Thyssenkrupp zeigt im zweiten Quartal genau das Spannungsfeld, das den Konzern seit Monaten prägt. Die Marinesparte wächst stark und sammelt Aufträge in Rekordhöhe. Der Gesamtkonzern muss seinen Umsatzausblick senken. Das ist der Kern der Story.

TKMS trägt die Wachstumsstory

Der Auftragsbestand von TKMS stieg im bisherigen Geschäftsjahr auf 20,6 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 10 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro zu. Damit bleibt das Marinegeschäft der sichtbarste Lichtblick im Portfolio.

Operativ zieht die Sparte ebenfalls an. Das bereinigte EBIT stieg um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro. Für einen Konzern mit Baustellen im Stahlbereich zählt dieser Mix aus Wachstum und Profitabilität.

Die Pipeline kann noch größer werden. Thyssenkrupp verhandelt mit Indien über sechs U-Boote im Wert von rund 8 Milliarden Euro. In Kanada liegt ein Angebot für ein Programm mit mehr als 10 Milliarden Euro auf dem Tisch.

Stahl bleibt der Umbauhebel

Im Stahlgeschäft setzt das Management auf eine höhere Bewertung. Den Buchwert von Thyssenkrupp Steel Europe beziffert der Konzern nun auf rund 3 Milliarden Euro. Im Dezember lag der Wert noch bei 2,4 Milliarden Euro.

Die Begründung passt zur Sanierungslogik. Fortschritte beim Umbau und bessere politische Rahmenbedingungen stützen die Bewertung. Dazu zählen erwartete EU-Schutzzölle gegen Billigimporte aus Asien.

Parallel dazu pausieren die Verkaufsgespräche mit Jindal Steel. Bewertungsdifferenzen und offene Fragen zu Pensionslasten bremsen den Prozess. CEO Miguel Lopez treibt die Verselbstständigung der Sparte daher stärker in Eigenregie voran.

Ein Baustein bleibt der angestrebte Verkauf der Anteile an den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann an Salzgitter. Thyssenkrupp peilt dafür den 1. Juni an. Damit nähert sich der Konzern weiter dem Modell einer Finanzholding.

Prognose drückt auf die Aktie

Der Umsatz soll nun schwächer laufen als bisher erwartet. Die neue Spanne reicht von minus 3 Prozent bis stagnierend. Zuvor hatte der Vorstand minus 2 Prozent bis plus 1 Prozent in Aussicht gestellt.

Die Gründe liegen vor allem außerhalb von TKMS. Schwache Nachfrage aus der Autoindustrie belastet. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheit und ein Energieschock durch den Iran-Konflikt.

Beim Ergebnis bleibt der Blick trüb. Der Nettoverlust soll weiter zwischen 400 und 800 Millionen Euro liegen. Hohe Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft drücken auf den Konzern.

Im Stahlbereich plant Thyssenkrupp bis 2030 den Abbau von rund 11.000 Stellen. Das zeigt, wie hart der Umbau bleibt. Die Marineerfolge kaschieren diese Last nur teilweise.

Die Aktie reagiert verhalten. Am Dienstag notiert sie bei 9,93 Euro, ein Minus von 1,80 Prozent. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 18,30 Prozent.

Bei den Analysten bleibt das Bild gemischt. Jefferies sieht mit „Buy“ und 13 Euro Kursziel weiter Potenzial. JPMorgan bleibt bei „Neutral“ mit 10,10 Euro und verweist auf das besser als erwartete operative Ergebnis.

Thyssenkrupp liefert damit kein einfaches Bild. TKMS stärkt die Investmentstory, während Stahl und Prognose bremsen. Rücken die U-Boot-Projekte in Indien oder Kanada voran, könnte der Konzernumbau wieder mehr Gewicht bekommen.

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 12. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Thyssenkrupp