Thyssenkrupp Aktie: Viel auf einmal

Thyssenkrupp meldet einen Quartalsverlust von 334 Millionen Euro, während die Rüstungstochter TKMS einen Rekordauftragsbestand vorweist und die Wasserstoffsparte einen Großauftrag erhält.

Die Kernpunkte:
  • Nettoverlust durch hohe Stahl-Restrukturierungskosten
  • TKMS mit Auftragsbestand über 20 Milliarden Euro
  • Nucera erhält Großauftrag, hebt Ausblick an
  • Stahlverkauf an Jindal Steel stockt weiter

Gewinnwarnung und Großauftrag binnen 24 Stunden, ein Rüstungsgeschäft auf Rekordkurs und eine Stahlsparte, die den Konzern teuer zu stehen kommt — Thyssenkrupp liefert im Frühjahr 2026 ein Bild voller Widersprüche.

Nucera: Gute Nachrichten mit Wermutstropfen

Die Wasserstofftochter Thyssenkrupp Nucera hat ihren Auftragseingang-Ausblick für das laufende Geschäftsjahr deutlich angehoben — von 348 Millionen auf 550 bis 850 Millionen Euro. Auslöser ist ein Auftrag des spanischen Energieunternehmens Moeve für 300-MW-Elektrolyseure in Andalusien, mit einem Volumen im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Das Problem: Die Umsatzrealisierung fällt mehrheitlich erst ins Geschäftsjahr 2026/27. Für das laufende Jahr bleiben die Effekte gering. Ein Analyst der Deutschen Bank brachte es auf den Punkt: Die positive Auftragsmeldung werde von der parallel kommunizierten Gewinnwarnung überlagert.

TKMS: Rekordauftragsbestand und Kanada-Entscheidung

Während Nucera mit gemischten Signalen kämpft, läuft die Rüstungstochter TKMS stabil. Der Auftragsbestand überschreitet mittlerweile die Marke von 20 Milliarden Euro — nach einem Rekordwert von 18,7 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals und einem nachfolgenden Folgeauftrag aus Norwegen. Bruttomarge von 17 Prozent, positiver Cashflow, angehobener Umsatzausblick.

Besonderes Gewicht hat die bevorstehende Vergabeentscheidung Kanadas über zwölf konventionelle U-Boote — ein Auftrag mit einem möglichen Volumen von bis zu 37 Milliarden Euro. Zwischen Mai und Juni 2026 soll die Entscheidung fallen. Um die Chancen zu verbessern, unterzeichnete TKMS Anfang März ein Teaming Agreement mit dem Simulationsspezialisten CAE für Trainings- und Instandhaltungslösungen. Thyssenkrupp hält 51 Prozent an TKMS — diese Sparte ist strukturell der stabilste Teil des Konzerns.

Stahl und Umbau bremsen den Gesamtkonzern

Das Quartalsergebnis spiegelt die Zerrissenheit des Konzerns wider. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro zu. Unterm Strich steht ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro — verursacht vor allem durch Restrukturierungskosten in der Stahlsparte von 401 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.

Die Gespräche über einen Verkauf der Stahlsparte an Indiens Jindal Steel International stocken. Strittig ist unter anderem, wie viel Kapital Jindal bereitstellen könnte, um die Sparte durch den anhaltenden Abschwung auf dem europäischen Stahlmarkt zu stützen. Gleichzeitig muss die Handelssparte Materials Services — mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Beschäftigten — im laufenden Quartal eine verbesserte Performance zeigen, bevor eine Verselbstständigung im Herbst 2026 realistisch wird.

Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 wird zeigen, wie weit Nucera, Materials Services und die Stahlverhandlungen tatsächlich vorangekommen sind. Kurz darauf, am 1. Juni, ist die geplante Übertragung des HKM-Anteils an Salzgitter vorgesehen. Die Aktie notiert mit einem Abstand von fast 40 Prozent zum 52-Wochen-Hoch — der Markt wartet auf konkrete Fortschritte.

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