Thyssenkrupp Aktie: Wasserstoff-Debakel

Die Ausschreibung für grünen Wasserstoff in Duisburg wurde ausgesetzt, da die Preise zu hoch sind. Dies stellt die Dekarbonisierungspläne in Frage, während der Konzern gleichzeitig mehrere Verkaufs- und Restrukturierungsprozesse bewältigen muss.

Die Kernpunkte:
  • Grüner Wasserstoff für Stahlwerk zu teuer
  • Mehrere Verkaufs- und Spaltungsprozesse laufen
  • Quartalszahlen durch hohe Restrukturierungskosten belastet
  • Halbjahresbericht im Mai als wichtiger Meilenstein

Thyssenkrupp muss einen empfindlichen Rückschlag bei der grünen Transformation verkraften: Die Ausschreibung für grünen Wasserstoff am Standort Duisburg liegt auf Eis – die Preise sind schlicht zu hoch. Während der Konzern gleichzeitig auf mehreren Fronten umgebaut wird, wirft der Stopp die Frage auf, ob die ambitionierte Dekarbonisierungsstrategie an den Marktpreisen scheitert.

Zu teuer: Wasserstoff-Ausschreibung pausiert

Im Februar 2024 hatte Thyssenkrupp Steel eine Ausschreibung zur Beschaffung von grünem Wasserstoff für das Duisburger Werk gestartet. Die eingegangenen Angebote lagen jedoch deutlich über den wirtschaftlich vertretbaren Kalkulationen. Die Konsequenz: Das Verfahren wurde ausgesetzt.

Der Rückschlag trifft das Herzstück der Dekarbonisierungsstrategie. Ohne bezahlbaren grünen Wasserstoff fehlt die Grundlage für die klimaneutrale Stahlproduktion. Die harten Realitäten des Energiemarkts kollidieren mit den ambitionierten Transformationsplänen – ein zentrales Risiko für die Unternehmensbewertung.

Umbau auf drei Baustellen gleichzeitig

Der Wasserstoff-Stopp kommt in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Thyssenkrupp jongliert aktuell mit dem möglichen Verkauf der Stahlsparte, der geplanten Verselbstständigung des Werkstoffhandels und Restrukturierungskosten in dreistelliger Millionenhöhe.

Bei Materials Services läuft eine Bewährungsprobe: Bis Ende März muss die Handelssparte operative Verbesserungen nachweisen. Die Einheit erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro mit über 15.000 Mitarbeitern. Als strategische Optionen stehen eine Abspaltung, ein Börsengang für Herbst 2026 oder ein vollständiger Verkauf im Raum. Zusätzlich wird eine Umwandlung in eine KGaA geprüft.

Parallel läuft die Due Diligence mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel International für eine mögliche Übernahme von Thyssenkrupp Steel Europe. Im Dezember 2025 wurde bereits ein Tarifvertrag zur Stahl-Restrukturierung abgeschlossen, im Februar 2026 folgte ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft von HKM. Die HKM-Anteile sollen zum 1. Juni 2026 an Salzgitter übergehen.

Quartalszahlen mit schwerem Ballast

Im ersten Quartal 2025/26 erzielte Thyssenkrupp einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro. Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe führten jedoch zu einem Nettoverlust von 334 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr 2025/2026 rechnet der Konzern mit einem Nettoverlust zwischen 400 Millionen und 800 Millionen Euro. Ein Lichtblick: Die Stahlsparte sicherte sich einen Liefervertrag mit BMW für das iX3-Modell ab 2026.

Die Marinetochter TKMS bietet derweil Stabilität. Seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert und seit Dezember MDAX-Mitglied, hält Thyssenkrupp noch 51 Prozent der Anteile. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro liefert TKMS einen verlässlichen Anker im Portfolio.

Halbjahresbericht als Gradmesser

Der Markt wartet auf Klarheit zu drei zentralen Fragen: Wie entwickeln sich die Jindal-Verhandlungen? Kann Materials Services operative Fortschritte vorweisen? Und gelingt die reibungslose HKM-Übertragung Anfang Juni? Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 dürfte zeigen, ob die Transformation an Fahrt gewinnt – oder weiter ins Stocken gerät.

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