Thyssenkrupp Aktie: Zukauf in Mexiko!

Thyssenkrupp lehnt staatliche Entlastungsprämien ab und erweitert gleichzeitig sein nordamerikanisches Geschäft mit einer Mehrheitsbeteiligung in Mexiko, während in Europa Werksstillstände drohen.

Die Kernpunkte:
  • Mehrheitskauf bei mexikanischem Servicecenter Aceroteca
  • Ablehnung pauschaler Entlastungsprämien für Arbeitnehmer
  • Vier Monate Produktionsstopp in Frankreich ab Juni
  • Zwischenbericht am 12. Mai mit Fokus auf Marine Systems

In Deutschland wehrt sich Thyssenkrupp gegen neue Kostenbelastungen, in Nordamerika geht der Konzern auf Einkaufstour. Der Traditionskonzern ordnet seine globale Präsenz neu. Während die europäische Stahlproduktion stottert, rückt das margenstarke Auslandsgeschäft in den Mittelpunkt.

Absage an die Politik

Zum Auftakt der Hannover Messe positioniert sich das Essener Unternehmen klar. Eine staatlich forcierte Entlastungsprämie von 1.000 Euro für Arbeitnehmer lehnt das Management ab. Solche pauschalen Einmalzahlungen seien zur Kompensation der Energiekosten nicht zielführend. Stattdessen fordert der Konzern strukturelle Lösungen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu sichern.

Die Zurückhaltung kommt nicht von ungefähr. Branchenverbände warnen auf der Messe eindringlich vor einer Überlastung des Standorts. Die Sozialabgaben drohen auf bis zu 50 Prozent zu steigen. Für Thyssenkrupp hat die strikte Kostenkontrolle angesichts der schwachen Inlandsnachfrage im Maschinen- und Anlagenbau absolute Priorität.

Expansion trifft auf Werksstillstand

Parallel dazu treibt das Management die internationale Neuausrichtung voran. Die Handelssparte Materials Services übernimmt die Mehrheit am mexikanischen Servicecenter Aceroteca Trading. Damit reagiert der Industriegigant auf den Trend zum Nearshoring und stärkt gezielt seine nordamerikanischen Lieferketten.

In Europa herrscht derweil Krisenstimmung. Ab Juni ruht die Produktion am französischen Standort Isbergues für vier Monate. Eine anhaltende Importkrise bei kornorientiertem Elektroband drückt massiv auf die Margen im europäischen Stahlgeschäft. Der Konzern reagiert nun mit einem harten Schnitt.

Kursverluste und anstehende Zahlen

An der Börse quittieren Anleger die gemischte Nachrichtenlage heute mit einem Minus von rund vier Prozent auf 8,86 Euro. Der Abstand zur langfristigen 200-Tage-Linie bleibt mit einem zweistelligen Prozentsatz deutlich. Die jüngste Kurserholung im April gerät damit ins Stocken.

Neue Impulse liefert voraussichtlich der 12. Mai. Dann präsentiert das Management den Zwischenbericht für das erste Geschäftshalbjahr. Im Zentrum steht dabei neben der kriselnden Stahlsparte vor allem die Rüstungstochter Marine Systems. Nach der kürzlich unterzeichneten Absichtserklärung mit der spanischen Navantia rechnen Marktbeobachter mit konkreten Details zur geplanten Verselbstständigung des Marineschiffbaus.

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