Thyssenkrupp Aktie: Zwei Deals, eine offene Rechnung

Thyssenkrupp verkauft seine Automatisierungssparte und prüft einen Börsengang für TK Elevator. Die Aktie notiert jedoch deutlich unter ihrem langfristigen Durchschnitt.

Die Kernpunkte:
  • Verkauf der Automatisierungssparte an Agile Robots
  • Offizielle Prüfung eines TK Elevator Börsengangs
  • Mögliche Übernahme durch Wettbewerber Kone im Raum
  • Aktienkurs notiert weit unter 200-Tage-Linie

Thyssenkrupp hat innerhalb weniger Tage zwei strategische Schritte vollzogen — einen abgeschlossenen und einen, der noch für Bewegung sorgen dürfte. Der Konzern trennte sich von seiner Automatisierungssparte und bestätigte offiziell, dass für TK Elevator ein Börsengang geprüft wird. Der Umbaukurs nimmt Tempo auf, während die Aktie tief im Minus notiert.

Automatisierungssparte geht an Agile Robots

Zum 1. April 2026 übernahm der Robotikanbieter Agile Robots die Assets von Thyssenkrupp Automation Engineering in Europa und Nordamerika. Rund 650 Spezialisten und zehn internationale Standorte wechseln zur Agile Robots Group, wo das Geschäft künftig unter dem Namen „Krause Automation“ als eigenständiger Systemanbieter weitergeführt wird.

Für Thyssenkrupp Automotive Technology ist der Verkauf Teil einer bereits im Juli 2025 beschlossenen Portfoliobereinigung. Das Segment schärft damit sein Profil — mit Fokus auf Chassis, Komponenten, Aftermarket und Schmiedegeschäft.

TK Elevator: IPO oder Übernahme durch Kone?

Komplizierter ist die Lage bei TK Elevator. Der Aufzughersteller, den Thyssenkrupp 2020 mehrheitlich für 17,2 Milliarden Euro an die Finanzinvestoren Cinven und Advent verkaufte, prüft laut offizieller Bestätigung einen Börsengang. Ein IPO ist allerdings nur eine von mehreren Optionen.

Im Hintergrund laufen offenbar auch Übernahmegespräche. Bloomberg berichtete Mitte März, dass der finnische Wettbewerber Kone Interesse an TK Elevator habe — bei einer angestrebten Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro. Die Finanzinvestoren sollen angesichts der jüngsten Marktturbulenzen zunehmend offen für einen direkten Verkauf sein. Eine Übernahme durch Kone könnte jedoch kartellrechtliche Hürden auslösen.

TK Elevator erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 9,2 Milliarden Euro und erreichte mit einem bereinigten EBITDA von 1,6 Milliarden Euro einen Rekordwert. Thyssenkrupp hält weiterhin eine Minderheitsbeteiligung — und damit ein Interesse am Ausgang der Entscheidung.

Aktie weit unter dem 200-Tage-Schnitt

Der Konzernumbau vollzieht sich in einem belasteten Kursumfeld. Mit rund 7,82 Euro liegt die Aktie mehr als 21 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts — ein deutliches Zeichen, dass der Markt den Transformationskurs bislang nicht honoriert.

Zwei Termine könnten in den kommenden Wochen neue Impulse liefern: der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 und die ausstehende EU-Entscheidung über Stahl-Importzölle. Das EU-Parlament hatte im Januar 2026 beschlossen, die Importquoten um 47 Prozent zu kürzen und den Schutzzoll auf 50 Prozent zu verdoppeln. Ein Inkrafttreten zum 1. Juli 2026 ist angestrebt — für Thyssenkrupps Stahlsparte wäre das eine spürbare Entlastung.

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