Thyssenkrupp Aktie: Zwei Konzerne, eine Aktie
Die Thyssenkrupp-Aktie notiert auf einem Jahrestief, getrieben von Verlusten im Stahlgeschäft und strategischer Unsicherheit, während die Rüstungstochter TKMS glänzt.

- Stahlsparte verursacht hohen Nettoverlust
- Rüstungstochter TKMS mit Milliardenaufträgen
- Investor Amundi senkt Beteiligung deutlich
- Drei Schlüsseltermine für Kursentwicklung
Der Stahlriese und der Rüstungskonzern — beides steckt in der Thyssenkrupp-Aktie. Während die eine Seite tief im Minus steckt, läuft die andere auf Hochtouren. Genau dieses Ungleichgewicht treibt die Aktie derzeit in eine schwierige Lage.
Seit Mitte März steht das Papier unter erheblichem Druck. Den Auslöser lieferte der französische Asset-Manager Amundi, der seinen Stimmrechtsanteil von 5,22 auf 4,92 Prozent senkte — knapp unter die meldepflichtige Schwelle. Institutionelle Investoren werteten den Schritt als Misstrauensvotum gegenüber der Transformationsstrategie, die Aktie brach daraufhin an einem einzigen Handelstag zweistellig ein. Aktuell notiert das Papier auf einem 52-Wochen-Tief von 7,72 Euro — rund 42 Prozent unter dem Oktober-Hoch.
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Stahl zieht den Konzern nach unten
Die Quartalszahlen zeichnen ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte hingegen um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro zu. Unterm Strich bleibt ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro — verursacht durch Restrukturierungskosten in der Stahlsparte von 401 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Nettoverlust zwischen 400 Millionen und 800 Millionen Euro.
Zentrales Problem bleibt die ungelöste Zukunft des Stahlgeschäfts. Der geplante Verkauf an das indische Unternehmen Jindal Steel International stockt. Laut Bloomberg zweifeln Senior-Manager intern zunehmend daran, dass der Deal überhaupt zustande kommt — offene Fragen zur Kapitalausstattung von Jindal sind bisher ungeklärt. Parallel steht die Handelstochter Materials Services bis Ende März vor einem Bewährungstest: Ohne nachweisbare operative Verbesserungen rückt ein IPO oder Verkauf im Herbst 2026 in weite Ferne.
TKMS: Milliardenpipeline als Gegengewicht
Auf der anderen Seite steht Thyssenkrupp Marine Systems. Die Rüstungstochter, an der Thyssenkrupp 51 Prozent hält, verfügt über einen Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und hat seit ihrem Börsengang im Oktober 2025 rund 50 Prozent an Wert zugelegt.
Die Auftragspipeline ist dabei außergewöhnlich gut gefüllt. Zwischen Mai und Juni 2026 fällt die kanadische Vergabeentscheidung über zwölf U-Boote — ein Auftrag mit einem Volumen von bis zu 37 Milliarden Euro. In Indien tritt TKMS als einziger verbliebener Bieter für sechs Diesel-Elektro-U-Boote an, die Vertragsunterzeichnung verschiebt sich allerdings ins neue indische Fiskaljahr.
Drei Termine, ein Kursziel
Die Analystengemeinschaft ist gespalten. JPMorgan stufte die Aktie am 9. März auf Neutral zurück, Jefferies hält an einer Kaufempfehlung mit Kursziel 13 Euro fest.
Drei Termine werden zeigen, wohin die Reise geht: Ende März entscheidet der Materials-Services-Bewährungstest über die Optionen für Herbst 2026. Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht mit aktuellem Stand der Jindal-Gespräche. Am 1. Juni ist die geplante Übertragung des HKM-Anteils an Salzgitter terminiert. Bis dahin bleibt die Aktie in einem Spannungsfeld aus operativer Erholung und strategischer Unsicherheit — mit TKMS als einzigem klaren Lichtblick.
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