Thyssenkrupp: Die beste Nachricht des Jahres

Beim Technologiekonzern Thyssenkrupp dürften heute die Sektkorken knallen. Denn wie das Unternehmen heute mitteilte, hat man endlich einen Käufer für sein verlustbringendes brasilianisches Stahlwerk CSA gefunden.

© ThyssenKrupp

Käufer ist das Luxemburger Stahlunternehmen Ternium. Dieses stellt vor allem Flach- und Langstahlprodukte her und ist stark in Südamerika engagiert. Thyssenkrupp bekommt für sein Stahlwerk nun 1,5 Milliarden Euro überwiesen. Der Verkauf soll rückwirkend zum 30. September letzten Jahres erfolgen.

Das wird kurzfristig einige Auswirkungen auf die Erfolgsrechnung haben. So wird der deutsche Konzern eine weitere Wertberichtigung in Höhe von rund 0,9 Milliarden Euro vornehmen müssen. Allerdings erklärte der Industriekonzern, dass man durch die Transaktion gleichzeitig seine Nettofinanzschulden deutlich verringern kann. Die Sparte Steel Americas, die im ersten Fiskalquartal eine Trendwende in die Profitabilität schaffte, wird bis zum Vollzug des Verkaufs als „nicht fortgeführtes Geschäft“ ausgewiesen.

Thyssenkrupp kann Schlussstrich ziehen

Damit beendet das Unternehmen ein Projekt, das vor vielen Jahren mit hochfliegenden Erwartungen gestartet worden war, am Ende aber zur Dauerbelastung wurde. Mit dem Verkauf des brasilianischen Werkes kann Thyssenkrupp nun unter dieses Abenteuer einen Schlussstrich ziehen und sich mehr oder weniger voll und ganz auf den weiteren Umbau zum Industrie-und Technologiekonzern konzentrieren. Denn letztlich soll ja auch das europäische Stahlgeschäft ausgelagert werden.

An der Börse wird die neue Nachricht ausgiebig gefeiert. Die Aktie liegt heute mit über 5 % im Plus und kann damit wohl die jüngste Konsolidierungsphase beenden. Ob es gleich für ein neues 52-Wochen-Hoch reicht, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich dürfte aber der Aufwärtstrend intakt bleiben, zumal von ThyssenKrupp nach Abschluss der Transaktion eine deutliche Dynamisierung des Wachstums-Momentums in der Bilanz erwartet wird.

%d Bloggern gefällt das: