ThyssenKrupp: Dieses Zertifikat ist kein heißes Eisen

Zuletzt haben sich die Perspektiven der deutschen Stahlindustrie aufgehellt. Daher ist die ThyssenKrupp-Aktie ein interessantes Investment. Allerdings bietet ein darauf basierendes Bonuspapier ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis und eignet sich deshalb insbesondere für vorsichtige Anleger als Depotbeimischung.

© ThyssenKrupp
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Nach zwei Jahren mit rückläufiger Rohstahlproduktion erwartet die deutsche Stahlindustrie im nächsten Jahr eine Verbesserung des Marktumfelds. Laut einer aktuellen Prognose der Wirtschaftsvereinigung Stahl wird die Nachfrage nach Walzstahl, einem der Hauptprodukte der Branche, 2017 um ein bis zwei Prozent steigen nach einem Plus von einem Prozent im laufenden Jahr.

Unabhängig von diesen erfreulichen Perspektiven will Verbandspräsident Hans Jürgen Kerkhoff noch keine Entwarnung geben. Er sagte am gestrigen Montag: „Die wirtschaftliche Lage der Stahlunternehmen in Deutschland ist weiterhin ernst.“ Seine Aussage überrascht nicht, denn nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa leiden Stahlkonzerne nach wie vor unter dem Preisdruck durch chinesische Billigimporte, Überkapazitäten und immer schärferen Klimaschutzauflagen. Immerhin hat die Europäische Union laut Kerkhoff in den ersten acht Monaten 2016 etwas weniger Stahl aus China importiert als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Analyst rät zum Kauf der ThyssenKrupp-Aktie

 

In einer aktuellen Studie über den Sektor Basic Resources (Grundstoffindustrie) erwähnt Holger Fechner, Analyst der Norddeutschen Landesbank, dass sich das Preisumfeld für deutsche Stahlprodukte zuletzt verbessert hat, da in Europa Strafzölle zur Abwehr von Billigimporten aus China verhängt wurden. Problematisch sind dem Experten zufolge jedoch die ungelöste Strukturkrise in der globalen Stahlindustrie, die bestehenden hohen Überkapazitäten sowie der Importdruck – vor allem aus China. Dennoch stuft Fechner die ThyssenKrupp-Aktie (WKN: 750000) als kaufenswert ein.

 

Gute Gewinnaussichten, aber tristes Chartbild

 

Voraussichtlich wird ThyssenKrupp den Gewinn je Anteilschein im kommenden Jahr von 0,72 auf 1,49 Euro steigern. Somit errechnet sich ein 2017er-KGV von 13,7. Der DAX-Titel ist also nicht zu teuer. Ein Manko ist jedoch, dass sich das Chartbild der Aktie jüngst eingetrübt hat, weil der Kurs unter die derzeit bei 21,27 Euro verlaufende 38-Tage-Linie gefallen ist. Daher sollten nur risikofreudige Börsianer einen kleinen Betrag in Aktien des deutschen Stahl- und Technologiekonzerns investieren.

 

Risikoarmes und renditestarkes Bonuspapier

 

Eine defensive Alternative zur ThyssenKrupp-Aktie ist ein darauf basierendes Capped-Bonus-Zertifikat (WKN: DL6XSD). Dieses von der Deutschen Bank emittierte Finanzprodukt ist mit einem Bonuslevel und einem Cap bei 25,00 Euro und einer Barriere bei 16,00 Euro ausgestattet. Anleger, die dieses Bonuspapier zu einem Kurs von 20,53 Euro (Stand: 07.11.2016) kaufen, können damit bis zum 20. September 2017 eine Rendite von rund 21,8 Prozent erzielen, sofern der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit nie die 16-Euro-Marke erreicht oder unterschreitet. Im Vergleich mit der ThyssenKrupp-Aktie punktet das Capped-Bonus-Zertifikat mit einem besseren Chance-Risiko-Verhältnis.

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