ThyssenKrupp in der Stahlkrise: Hoffen auf erfolgreichen Umbau

Eher durchwachsene Zahlen hat der DAX-Konzern ThyssenKrupp zum Ende des Geschäftsjahres 2015/2016 präsentiert. Und da auch der Ausblick teils unter den Erwartungen lag, gab die Aktie vorbörslich rund drei Prozent nach. Die Verluste hat der Titel inzwischen jedoch wieder aufgeholt. Denn bei dem Industriekonzern besteht durchaus Hoffnung auf eine bessere Zukunft – zumindest wenn mehrere günstige Faktoren zusammenkommen.

© ThyssenKrupp
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Wirklich überzeugend waren die Zahlen zum Geschäftsjahr 2015/2016 nicht: Das EBIT sank im Vergleich zum Vorjahr um etwa zwölf Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um acht Prozent auf 39,3 Milliarden Euro zurück. Durch Einsparungen von rund einer Milliarde Euro blieb immerhin das Ergebnis recht stabil.

Wirklich enttäuschend war aus Analysten-Sicht jedoch nicht das Jahresergebnis. Denn vor allem die gleichbleibende Dividende von 15 Cent pro Aktie sowie der Ausblick auf das neue Jahr (mit einem erwarteten EBIT von 1,7 Milliarden Euro) lagen unter den Erwartungen. In beiden Fällen hatten Analysten mit leicht höheren Zahlen gerechnet.

Weg von Stahl: Die Zukunft von ThyssenKrupp

Ein Grund für die schwachen Zahlen sowie für die Schuldenlast des Unternehmens ist natürlich die kriselnde Stahl-Sparte. Billigimporte aus China sowie großer Preisdruck bereiten allen Stahlkonzernen Probleme. Die mögliche Fusion mit der indischen Tata Steel könnte ThyssenKrupp hier durchaus helfen.

Konzernumbau ist ohnehin das Stichwort für die kommenden Jahre. Der Chef Heinrich Hiesinger setzt auf die weitere „Transformation zu einem starken Industriekonzern“. Im Klartext bedeutet das: Weg von Stahl, Konzentration auf das Technologie-Geschäft mit Aufzügen, Anlagen, Autoteilen und U-Booten.

ThyssenKrupp-Aktie zwischen Hoffen und Bangen

Wird was aus der geplanten Fusion der Stahl-Sparte? Bekommt ThyssenKrupp wieder Großaufträge für die zuletzt ebenfalls schwächelnden U-Boot- und Anlagen-Sparten? Gelingt die „Transformation“ mit höheren Gewinnen und weniger Schulden? Das sind die entscheidenden Fragen für den Konzern für die nächsten Monate bzw. Jahre.

Werden diese Ziele erreicht, ist auch für die Aktie einiges möglich. Momentan bleibt die Situation für das Unternehmen aus dem Ruhrgebiet jedoch unübersichtlich. Und so kann sich folgerichtig auch das Papier nach den Jahreszahlen nicht für eine Richtung entscheiden. Je nach Nachrichtenlage in den nächsten Monaten sind größere Schwankungen für die ThyssenKrupp-Aktie nicht auszuschließen. Langfristig ist noch nicht geklärt wo die Reise für den DAX-Titel hingeht.

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