Thyssenkrupp nucera: Montagezentrum in Portugal eröffnet

thyssenkrupp nucera richtet in Portugal ein eigenes Montagezentrum ein; die Stahlsparte hält an ihren mittelfristigen Finanzzielen fest.

Die Kernpunkte:
  • Montagehalle mit über 7.500 Quadratmetern
  • Chlor-Alkali-Auftrag aus China erhalten
  • Stahlsegment bestätigt EBITDA-Ziel von 1,2 Milliarden Euro
  • Kone plant Verkauf europäischer TK-Elevator-Geschäfte

Neues Montagezentrum für Elektrolysezellen

Die Wasserstoff- und Elektrolysetochter thyssenkrupp nucera baut ihre europäische Fertigung aus. Gestern unterzeichnete das Unternehmen einen Mietvertrag für eine Halle mit mehr als 7.500 Quadratmetern Fläche im portugiesischen Vila Nova de Gaia. Dort entsteht das erste selbst betriebene Montagezentrum für Elektrolysezellen des Unternehmens.

Der Schritt schließt an einen Vertriebserfolg in Asien an: Am 29. September erhielt nucera einen Chlor-Alkali-Auftrag von Hongniu Lanzhou im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der Leistungsumfang für das Projekt in Nordwestchina umfasst neben Lizenzen und Engineering auch Beschaffungsdienstleistungen, Schlüsselkomponenten sowie Unterstützung bei der Inbetriebnahme.

Mit dem Aufbau eigener Kapazitäten stärkt die Konzerntochter ihr operatives Fundament, während die Muttergesellschaft die Neuausrichtung weiterer Sparten vorantreibt.

Mittelfristziele der Stahlsparte bekräftigt

thyssenkrupp Steel Europe bekräftigte beim Capital Market Day die mittelfristigen Finanzziele für das europäische Stahlgeschäft. Das Segment strebt ein bereinigtes EBITDA von mindestens 1,2 Milliarden Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 11 Prozent an.

Zudem wird ein positiver freier Cashflow anvisiert. Mehr als 800 Millionen Euro der angestrebten Ergebnisverbesserung sollen dabei aus eigenen Spar- und Optimierungsmaßnahmen resultieren.

Bewegung bei Beteiligungen und anstehende Termine

Auch in den weiteren Geschäftsfeldern und Beteiligungen gibt es operative Entwicklungen. Die Werkstoffhandelssparte tk accelis präsentiert sich mit den Einheiten Processing und Materials auf der Fachmesse Aluminium 2026 in Düsseldorf, die vom 6. bis 8. Oktober stattfindet.

Parallel dazu berichtete Reuters, dass der finnische Aufzugskonzern Kone den Verkauf des Großteils des europäischen Geschäfts von TK Elevator plant. Dies soll Wettbewerbsbedenken bei der beabsichtigten Übernahme der ehemaligen Thyssenkrupp-Tochter ausräumen. Das Verkaufsverfahren könnte im November starten.

An der Börse notiert die Aktie von Thyssenkrupp bei 13,70 Euro, was heute einem leichten Rückgang von 0,7 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang beläuft sich das Kursplus auf 47 Prozent.

Für Anleger rücken nun die nächsten festen Unternehmenstermine näher. Am 14. Oktober präsentiert sich das Management auf einer Roadshow für Investoren in Paris. Den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025/2026 veröffentlicht der Industriekonzern am 8. Dezember 2026.

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