ThyssenKrupp: Stahl bleibt schwierig, Technologie wird Ruf als Hoffnungsträger gerecht

Der deutsche Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp vermeldet ein ordentliches erstes Geschäftsquartal. Zwar hat man weiterhin unter dem schwierigen Stahlgeschäft in Europa zu leiden, allerdings zeigt das Sparprogramm erste Erfolge. Und dank solider Geschäfte mit Aufzügen und Autokomponenten zeichnet der Konzern einen optimistischen Ausblick.

Das bereinigte Ebit stieg im ersten Quartal um 40 % auf 329 Mio. Euro. Diese Zahlen sind im Rahmen des Ausblicks, den man auf der Hauptversammlung ausgegeben hatte. Der Konzern aus Essen hatte sich bereits im Januar auf seiner Hauptversammlung zuversichtlich für das Ergebnis im ersten Quartal gezeigt.

Umsatz legt zu, Analysten enttäuscht

Beim Umsatz legte ThyssenKrupp um 6 % auf nur 10,1 Mrd. Euro zu, nach noch 9,5 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Damit blieb unter dem Strich ein Gewinn von 8 Mio. Euro übrig, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal 2015 noch einen Verlust von 23 Mio. Euro erwirtschaftet hatte. Doch Analysten hatten auf mehr gehofft, denn sie hatten mit einem Ergebnis von 92. Mio. Euro gerechnet. Das Unternehmen verwies als Begründung für die Zahlen auf einen hohen Steueraufwand.

Eine erneut Verbesserungen zeigte auch die amerikanische Stahlsparte Steel Americas, die nur noch aus einem Werk in Brasilien besteht. Hier konnte der Konzern deutlich aufatmen. Das Ergebnis kletterte von einem Verlust von 74 Mio. im Vorjahreszeitraum auf einen Gewinn von 37 Mio. Euro. Hier profitierte ThyssenKrupp von höheren Preisen. Vorstandschef Heinrich Hiesinger erwartet, dass sich diese im Jahresverlauf auch in der europäischen Stahlsparte niederschlagen werden, wenn die längerfristigen Verträge mit noch niedrigeren Preisen auslaufen.

ThyssenKrupp: Gewinnbringer sind die Industriegüter

Der Industriezweig von ThyssenKrupp hat sich zu Beginn des Geschäftsjahres wieder einmal mehr als Stütze erwiesen. Unter anderem dank solider Geschäfte mit Aufzügen und Autokomponenten hat man im Quartal von Oktober bis Dezember besser abgeschnitten als noch im Vorjahr. Besonders positiv entwickelte sich erneut das Aufzug-Geschäft, dessen operatives Ergebnis um 6 % auf 215 Mio. Euro stieg.

Konzernchef Heinrich Hiesinger erklärte in Essen dazu: „Unsere Strategie ist richtig. Wir bauen den Anteil der Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte aus. Das ermöglicht uns, in Zukunft stabilere Ergebnisse zu erwirtschaften und profitabel zu wachsen.“

Sein Sparprogramm tut sicherlich auch das Übrige dazu. Alleine im letzten Jahr hatte das Unternehmen seine Kosten um knapp 1 Mrd. Euro gesenkt. Für das laufende Geschäftsjahr hat die Konzernspitze ein Sparziel von 850 Mio. Euro ausgegeben. Seit Amtsantritt des ehemaligen Siemens-Managers hat er sich auf die Fahne geschrieben, den Konzern zu sanieren. Er will die Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata Steel fusionieren, wobei sich die Gespräche aber noch hinziehen.

Optimistisch für das Geschäftsjahr

Für das begonnene Geschäftsjahr zeigte sich der Konzern weiterhin vorsichtig optimistisch. ThyssenKrupp stellt ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 1,7 Mrd. Euro nach zuletzt 1,5 Mrd. Euro in Aussicht. Der Jahresüberschuss soll sich deutlich verbessern.

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