Thyssenkrupp: War es das schon gewesen?

Der Paukenschlag in der vergangenen Woche mit der angekündigten Aufspaltung von Thyssenkrupp in zwei neue börsennotierte Unternehmen hatte die Aktie sichtbar aus ihrer bisherigen Lethargie gerissen.

Allerdings startete die neue Börsenwoche wenig erfreulich, was zu sortieren ist.

Zerschlagung verhindert

Erstens: Die Entscheidung, das bisheriges Geschäft in zwei neue Unternehmen namens Thyssenkrupp Industrials und Thyssenkrupp Materials aufzuteilen, ist letztlich eine Kapitulation vor den aktivistischen Investoren Elliott und Cevian. Immerhin verhindert der Vorstand damit offenbar, dass alles auf eine Zerschlagung des Konzerns hinausläuft. Fraglich ist allerdings, wie sich beide neuen Unternehmen letztlich am Kapitalmarkt positionieren können.

Thyssenkrupp klärt Führungsfrage

Zweitens: Mit den Umgestaltungsplänen ist nun auch die Hängepartie beim Führungspersonal beendet. Denn der bisherige Interimschef Guido Kerkhoff soll auch zukünftig den Konzern führen. Allerdings muss man hier sicherlich schon erste Fragezeichen setzen. Denn Thyssenkrupp will auf eine Holdingstruktur verzichten, so dass nach unserer Einschätzung Kerkhoff auf zwei Hochzeiten tanzen muss. Ob das lange durchzuhalten ist, wird man sehen.

Vom Sucher zum Gesuchten

Gleichzeitig gelöst wurde auch die Frage des Aufsichtsratsvorsitzenden. Diesen Job übernimmt Bernhard Pellens, seines Zeichens eigentlich Wirtschaftsprofessor, aber schon länger im Thyssenkrupp-Aufsichtsrat. In dieser Eigenschaft hatte er eigentlich in den vergangenen Monaten die Aufgabe, einen Nachfolger für den bisherigen Aufsichtsratschef Ulrich Lehner zu finden. Da dies wegen der vielfältigen Probleme im Konzern misslang, macht es nun Pellens selber.

Gewinne wieder weg

Schaut man auf die Aktie, löst das nicht gerade Begeisterung aus. So hat Thyssenkrupp zum Wochenbeginn faktisch wieder sämtliche Gewinne abgegeben, die man zuvor nach Bekanntwerden der Aufspaltungspläne erreichen konnte. Denn eines dürfte klar sein: Eine Entflechtung ist noch lange kein Garant für die Schaffung von Mehrwert. Das wird sich erst zeigen, wenn die beiden neuen Schwesterunternehmen tatsächlich börsennotiert sind.

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