ThyssenKrupp zieht Bilanz – lockt hier ein günstiger Einstieg?

Der Stahl- und Industriekonzern ThyssenKrupp hat per Ende September das Geschäftsjahr abgeschlossen. Heute veröffentlichte das Unternehmen die Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Eines wurde dadurch deutlich:

 

© ThyssenKrupp
© ThyssenKrupp

ThyssenKrupp befindet sich auf dem richtigen Weg, hat aber das Ziel noch nicht erreicht. Jedoch zeigen die eingeleiteten Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen erste Wirkung.

 

Wechselkurse sorgen für Umsatzanstieg

Der Umsatz stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 4% auf 42,8 Mrd. Euro. Dies war allerdings lediglich dem schwachen Euro geschuldet. Lässt man die günstigen Wechselkurse außer Acht, hätte sich der Auftragseingang sogar rückläufig entwickelt.

ThyssenKrupp leidet unter dem deutlichen Verfall der Stahlpreise. Stark gestiegene Ausfuhren aus China drücken hier massiv die Preise. Aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise wurden zudem im Bereich Großanlagenbau weniger Aufträge verzeichnet.

 

Mehr Geld in der Kasse

Der operative Gewinn stieg auf fast 1,7 Mrd. Euro. Schlussendlich konnte ThyssenKrupp einen Überschuss von 309 Mio. Euro vorweisen und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor. Der Konzern schaffte es damit erstmals seit neun Jahren wieder, mehr Einnahmen zu generieren als ausgegeben wurde.

 

ThyssenKrupp: Kampf in Brasilien

Das Stahlwerk in Brasilien stellt den Konzern weiterhin vor Probleme. Hier wurden erneut rote Zahlen ausgewiesen. In der Vergangenheit führten die Werke in Brasilien und in den USA zu Verlusten in Milliardenhöhe. Das Werk in den USA wurde daraufhin verkauft. Für Brasilien hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, das Werk aus eigener Kraft wieder in die profitable Zone zu bringen.

Davon ist bisher jedoch nichts zu spüren. Im vergangenen Jahr wirkte nicht nur die Wirtschaftskrise negativ, auch Probleme in der Produktion wurden verzeichnet. Zum Teil konnte die Anlage nicht voll laufen, da Wassermangel herrschte.

 

Vorsichtiger Ausblick

Der Vorstand von ThyssenKrupp blieb im Hinblick auf eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr äußerst zurückhaltend. Sorgen über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft und die erneut stark gefallenen Stahlpreise lassen nach Aussagen des Vorstandes nur eine vorsichtige Prognose zu.

So soll der operative Gewinn im laufenden Geschäftsjahr zwischen 1,6 bis 1,9 Mrd. Euro erreichen. Weitere Einsparungen in Höhe von 850 Mio. Euro sollen ihren Teil dazu beitragen. Die Dividende soll auf 0,15 Euro je Aktie angehoben werden. Zuvor hatte man den Aktionären 0,11 Euro je Aktie ausbezahlt.

Analysten zeigten sich hiervon enttäuscht. Zufrieden ist der Vorstand von ThyssenKrupp zwar mit dieser Dividende auch nicht, jedoch wies man darauf hin, dass man unter bilanziellen Gesichtspunkten zu dieser Entscheidung kam.

 

Richtungswechsel in der Aktie?

Die Aktie von ThyssenKrupp musste seit Mitte August heftige Verluste verbuchen. Von 24,14 Euro ging es bis auf 14,93 Euro abwärts. Damit wurde auch ein neues Jahrestief erreicht. Zwar konnten sich die Papiere von diesem Kursniveau wieder entfernen, mit einem Kurs von 19,16 Euro ist man damit aber immer noch ein gutes Stück von „alten“ Höhen entfernt.

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Spannend bleibt der heutige Tag. Es wird sich zeigen, inwiefern der Markt die Zahlen als ersten Schritt in die richtige Richtung honoriert. Gleichwohl könnte auch die Enttäuschung vieler wirken, die hier mit eindeutig mehr gerechnet hatten.

Blickt man jedoch auf die letzten Jahre bei ThyssenKrupp, so werten wir die vorgelegten Zahlen als positives Signal. Auch die Mehrheit der Analysten sieht die Aktie weiter positiv. Das derzeitige Kursniveau bietet darüber hinaus noch eine günstige Gelegenheit zum Einstieg.

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