Tilray Aktie: Gemischtes Bild
Tilray meldet Rekordumsatz und schmälert operativen Verlust, doch die Getränkesparte schwächelt und Analysten bleiben zurückhaltend. Die Aktie notiert unter dem Kursziel.

- Rekordumsatz bei gemischtem Quartalsergebnis
- Starkes Wachstum im Medizinalcannabis-Segment
- Deutlicher Rückgang im Getränkegeschäft
- Aktienkurs notiert unter Analystenziel
Tilray navigiert derzeit ein unruhiges Marktumfeld: Analysten bleiben zurückhaltend, die Kurse auf beiden Seiten des Atlantiks driften auseinander, und die jüngsten Quartalszahlen liefern ein gemischtes Bild. Im Zentrum steht die Frage, ob das Wachstum im Medizinalcannabis die Schwäche in anderen Bereichen ausgleichen kann.
Analysten bleiben vorsichtig
Gestern bestätigte Roth MKM seine Einschätzung zu Tilray Brands. Analyst Bill Kirk beließ die Aktie auf „Hold“ und bestätigte das Kursziel von 10,00 US‑Dollar. Aus Sicht von Roth MKM ist das kurzfristige Aufwärtspotenzial damit begrenzt, zugleich liefert das Ziel eine klare Marke im zweistelligen Bereich.
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Diese Einordnung passt zu einem insgesamt vorsichtigen Analystenbild. Bereits Anfang Januar hatte Bernstein-Analystin Nadine Sarwat ebenfalls ein „Hold“-Rating vergeben, während TD Cowen bei „Buy“ blieb. Die unterschiedliche Einstufung zeigt, dass institutionelle Investoren die weitere Entwicklung stark an der Umsetzung der Diversifizierungsstrategie festmachen.
Unterschiedliche Kursentwicklung USA vs. Europa
Auffällig ist die zuletzt stark abweichende Kursentwicklung auf den einzelnen Börsenplätzen.
- NYSE-Schlusskurs: 8,67 US‑Dollar, ein Rückgang von 0,91 %
- Xetra-Schlusskurs: 7,51 Euro, ein Minus von 4,45 %
- Xetra-Umsatz: 3.821 Aktien, deutlich unter dem US-Volumen
Während die Bewegung in New York moderat ausfiel, geriet die Aktie auf Xetra deutlich stärker unter Druck. Das vergleichsweise geringe Handelsvolumen in Deutschland und die zeitlich versetzte Notierung gegenüber der US-Hauptbörse begünstigen teils größere Abweichungen und Arbitragebewegungen.
Quartalszahlen im Überblick
Die aktuellen Kursreaktionen stehen im direkten Zusammenhang mit den Zahlen zum zweiten Fiskalquartal (per 30. November). Die Zahlen fallen uneinheitlich aus:
- Umsatz: Rekord-Nettoerlöse von 217,5 Mio. US‑Dollar, plus 3 % gegenüber dem Vorjahr
- Medizinalcannabis international: Wachstum von 36 %
- Getränkesparte: Rückgang um 21 % auf 50,1 Mio. US‑Dollar
- Operatives Ergebnis: Verlust reduziert auf 22,3 Mio. US‑Dollar (Vorjahr: 42,2 Mio. US‑Dollar Verlust)
- Roth-MKM-Kursziel: Bestätigung von 10,00 US‑Dollar, neutrale Einstufung
Positiv sticht die deutliche Verringerung des operativen Verlustes hervor. Das Unternehmen profitiert von geringeren Restrukturierungskosten und niedrigerer Abschreibung. Gleichzeitig wirft der deutliche Rückgang im Bereich alkoholischer Getränke Fragen nach der Tragfähigkeit einzelner Diversifikationssäulen auf.
Sektor im Fokus, Technik unter Druck
MarketBeat führte Tilray Brands gestern aufgrund hoher Handelsaktivität als „Stock to Watch“, gemeinsam mit Werten wie Canopy Growth und Aurora Cannabis. Die erhöhte Aufmerksamkeit spiegelt die anhaltende Spekulation über mögliche regulatorische Änderungen in den USA wider, die den gesamten Sektor bewegen.
Trotz Fortschritten beim Kostenmanagement lasten mehrere Faktoren auf dem Chartbild:
- Die Aktie notiert unter dem von Roth MKM genannten Kursziel von 10,00 US‑Dollar.
- Technische Systeme stufen den Titel aufgrund der schwachen Dreimonats-Performance von rund –40 % aktuell als Verkaufs-Kandidaten ein.
- Die Dynamik im internationalen Medizinalcannabis muss sich erst dauerhaft bestätigen, um Rückgänge in anderen Konsumsegmenten aufzufangen.
Kurzfristig bleibt die Ausgangslage damit zwiespältig: Operativ zeigen sich Verbesserungen, doch Schwächen in einzelnen Sparten und der anhaltende Kursdruck prägen die Stimmung. Entscheidend wird sein, ob Tilray in den kommenden Quartalen das internationale Wachstum stabilisieren und gleichzeitig die schwächeren Geschäftsfelder wieder auf Kurs bringen kann.
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