Tilray Aktie: Rekordquartal

Tilray meldet historisch hohen Quartalsumsatz und schwenkt in eine Netto-Cash-Position. Das internationale Cannabisgeschäft wächst kräftig, während die Getränkesparte stagniert.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzrekord im zweiten Quartal des Geschäftsjahres
  • Internationales Medizinalcannabis als Wachstumstreiber
  • Wechsel von Nettoschulden zu Netto-Cash-Position
  • Gemischte Analystenstimmen bei Kursziel von 20 USD

Tilray hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 das bislang stärkste Umsatzquartal seiner Geschichte vorgelegt. Der Markt reagiert verhalten positiv, während sich Anleger vor allem auf Wachstum im internationalen Cannabisgeschäft und die deutlich verbesserte Ergebnissituation fokussieren. Entscheidend ist nun, ob das Unternehmen diese Dynamik über das laufende Jahr halten kann.

Q2-Zahlen über Erwartungen

Tilray meldete am 8. Januar einen Netto-Umsatz von 217,5 Millionen US-Dollar und lag damit über den Analystenschätzungen von 211,15 Millionen US-Dollar. Es handelt sich zugleich um den höchsten zweiten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte.

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Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • Netto-Umsatz: 217,5 Mio. US-Dollar (Rekord-Q2)
  • Adjusted EBITDA: 8,4 Mio. US-Dollar
  • Bereinigter Verlust je Aktie: 0,02 US-Dollar (Erwartung: 0,14 US-Dollar Verlust)
  • Nettoverlust: 43,5 Mio. US-Dollar (Verbesserung um 49 % zum Vorjahr)
  • Liquide Mittel & Wertpapiere: 291,6 Mio. US-Dollar
  • Netto-Cash-Position: 27,4 Mio. US-Dollar (statt zuvor Nettoschuld)

Der bereinigte Verlust je Aktie fiel damit deutlich geringer aus als prognostiziert, während sich der absolute Nettoverlust im Jahresvergleich fast halbierte. Die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Management mit 62 bis 72 Millionen US-Dollar.

Cannabisgeschäft mit internationalem Schub

Besonders stark entwickelte sich im Quartal das internationale Medizinalcannabis-Geschäft. Dieses Segment legte im Jahresvergleich um 36 % und im Quartalsvergleich um 51 % auf 20 Millionen US-Dollar zu. Wachstumstreiber sind vor allem europäische Märkte wie Deutschland, Großbritannien und Polen.

Im kanadischen Freizeitmarkt stiegen die Erlöse um 6 % auf 46 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen setzte dort mehr als 5,5 Millionen Einheiten ab – das höchste Volumen seit zwei Jahren. Insgesamt erzielte Tilray im Cannabisbereich weltweit 68 Millionen US-Dollar Umsatz.

Rekord für Distributionssparte

Die Distributionssparte Tilray Pharma verzeichnete ihr bislang stärkstes Quartal. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 26 % auf 85,3 Millionen US-Dollar.

Das Management plant, den medizinischen Cannabisvertrieb in Deutschland im Verlauf des Geschäftsjahres 2026 zu verdreifachen. Basis dafür ist das vorhandene Apothekennetz, über das der Marktzugang weiter ausgebaut werden soll.

Bilanz klar verbessert

Die Bilanzstruktur hat sich im zweiten Quartal deutlich aufgehellt. Tilray verfügt über 291,6 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln und handelbaren Wertpapieren. Die gesamte Finanzverschuldung wurde im Quartal um 4,2 Millionen US-Dollar reduziert.

Entscheidend ist der Wechsel von einer Nettoschulden- zu einer Netto-Cash-Position von rund 30 Millionen US-Dollar, was einer sequentiellen Verbesserung von 31,2 Millionen US-Dollar entspricht. Damit erhöht sich der finanzielle Spielraum für weitere Investitionen und mögliche regulatorische Chancen.

Regulierung als möglicher Katalysator

Ein möglicher Rückenwindfaktor ist die geplante Neueinstufung von Cannabis in den USA von Schedule I auf Schedule III auf Bundesebene. CEO Irwin Simon bezeichnete diesen Schritt als „eine der bedeutendsten regulatorischen Veränderungen der Branche seit Jahrzehnten“.

Tilray richtet seine medizinischen Cannabisaktivitäten – mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen US-Dollar in mehr als 20 Ländern – darauf aus, von einem erweiterten Marktzugang in den USA profitieren zu können.

Getränke-Sparte bleibt Problemzone

Weniger dynamisch präsentiert sich die Getränkesparte. Die Erlöse blieben mit 50,1 Millionen US-Dollar im Quartal unverändert, belastet durch anhaltende Schwächen im Craft-Beer-Segment.

Zur Verbesserung der Profitabilität läuft das Effizienzprogramm „Project 420“. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres realisierte Tilray hier bereits jährlich hochgerechnete Kosteneinsparungen von 27 Millionen US-Dollar. Das Ziel von 33 Millionen US-Dollar Einsparungen liegt damit in Reichweite.

Analystensicht und Bewertung

Die Einschätzungen der Analysten fallen derzeit gemischt aus. Der Konsens an der Wall Street lautet auf „Hold“ bei einem durchschnittlichen Kursziel von 20 US-Dollar. Dahinter stehen 2 Kaufempfehlungen, 4 Halte- und 1 Verkaufseinstufung.

ATB Capital Markets hatte den Titel im Dezember von „Strong Sell“ auf „Hold“ hochgestuft. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 1,04 Milliarden US-Dollar, die Handelsspanne der vergangenen zwölf Monate zwischen 3,51 und 23,20 US-Dollar.

In den kommenden Quartalen wird sich zeigen, in welchem Umfang Tilray die Kombination aus internationalem Wachstum, verbesserter Bilanz, regulatorischen Impulsen und Kosteneinsparungen in nachhaltige Ergebnisverbesserungen umsetzen kann.

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