Tilray Aktie: Umsatzrekord bei 915,5 Millionen Dollar

Tilray Brands steigert Jahresumsatz auf Rekordniveau und reduziert Nettoverlust deutlich. Cannabis und Getränke treiben das Wachstum an.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Umsatzrekord von 915,5 Millionen Dollar
  • Internationales Cannabis-Geschäft wächst um 34 Prozent
  • Nettoverlust auf 105,2 Millionen Dollar gesenkt
  • Ausblick: Milliarden-Umsatz für 2027 angepeilt

Der Lifestyle- und Cannabis-Konzern Tilray Brands hat das Geschäftsjahr 2026 mit einem deutlichen Umsatzsprung abgeschlossen. Mit Erlösen von insgesamt 915,5 Millionen US-Dollar erzielte das Unternehmen einen neuen Rekordwert und steigerte den Vorjahresumsatz um elf Prozent. Besonders das vierte Quartal trug mit einem Zuwachs von 25 Prozent auf 281,7 Millionen US-Dollar maßgeblich zu dieser Entwicklung bei, womit das Unternehmen die Erwartungen vieler Marktteilnehmer beim Umsatz übertraf.

Internationales Cannabis und Getränke treiben Wachstum

Das Wachstum stützte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem auf zwei Säulen: das internationale medizinische Cannabis-Geschäft und die Diversifizierung in den Getränkesektor. Der Bereich des internationalen medizinischen Cannabis verzeichnete ein Plus von 34 Prozent und steuerte 84,9 Millionen US-Dollar zum Gesamtergebnis bei. Parallel dazu profitierte das Unternehmen von der Integration der Marke BrewDog. Diese Akquisition trug im vierten Quartal allein 51,1 Millionen US-Dollar zum Umsatz bei und befeuerte das Getränkesegment, das im Quartalsvergleich um 61 Prozent zulegte.

Trotz dieser Erfolge sieht sich Tilray in einzelnen Bereichen mit Gegenwind konfrontiert. Während die internationale Expansion voranschreitet, beeinträchtigte ein Preisverfall auf den Weltmärkten das Ergebnis mit rund 21,1 Millionen US-Dollar. Im US-amerikanischen Biermarkt verzeichnete das Unternehmen zudem einen organischen Rückgang der Volumina um 17 Prozent im Abschlussquartal. Die Konzernführung betonte jedoch die strategische Bedeutung der BrewDog-Integration für die künftige Skalierung auf dem US-Markt.

Deutliche Reduzierung der Nettoverluste

In der Bilanz zeigt sich eine signifikante Verbesserung der Ertragslage, auch wenn das Unternehmen weiterhin rote Zahlen schreibt. Der Nettoverlust für das gesamte Geschäftsjahr 2026 verringerte sich auf 105,2 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr, das durch massive Abschreibungen belastet war und einen Verlust von rund 2,2 Milliarden US-Dollar auswies, markiert dies eine deutliche Stabilisierung. Das bereinigte EBITDA stieg im selben Zeitraum um elf Prozent auf 61,1 Millionen US-Dollar.

Die finanzielle Basis des Konzerns gilt derzeit als solide. Tilray meldete zum Ende des Geschäftsjahres Barmittel in Höhe von 234,6 Millionen US-Dollar. Besonders hervorzuheben ist die Reduzierung der Verschuldung um etwa 60 Millionen US-Dollar, wodurch die Nettoverschuldung auf unter eine Million US-Dollar sank. Kritische Stimmen am Markt verwiesen jedoch auf die Verwässerungseffekte durch laufende Kapitalmaßnahmen und Aktien-gegen-Schulden-Tausche, die den Aktienkurs in den vergangenen Monaten belasteten.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027

Für das neue Geschäftsjahr 2027 zeigt sich die Unternehmensführung optimistisch und strebt erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde US-Dollar an. Das bereinigte EBITDA soll laut der veröffentlichten Prognose in einer Spanne zwischen 68 Millionen und 75 Millionen US-Dollar liegen. Tilray setzt dabei auf eine weitere Margenausweitung und Effizienzsteigerungen in der Produktion, ohne dabei auf eine baldige bundesweite Legalisierung von Cannabis in den USA angewiesen zu sein.

An der Börse sorgten die Nachrichten für eine volatile Reaktion. Nachdem das Papier am Mittwoch zunächst unter Druck geraten war, notiert die Tilray-Aktie heute bei 5,76 CAD und verzeichnet damit ein Plus von 3,97 %. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 38,5 befindet sich der Wert zwar weiterhin in einer technisch schwächeren Verfassung, zeigt aber Anzeichen einer kurzfristigen Stabilisierung nach den jüngsten Quartalszahlen. Analysten richten ihren Fokus nun verstärkt auf die angekündigte Partnerschaft mit Carlsberg, die ab Januar 2027 zusätzliche Impulse liefern könnte.

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