Tilray Aktie: Vor den Zahlen
Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen zeigt sich die Tilray-Aktie nervös. Die jüngste Rally wurde von regulatorischen Hoffnungen getrieben, nun stehen operative Ergebnisse im Fokus.

- Aktienkurs korrigiert vor Quartalsbericht
- Regulatorische Änderungen in den USA als Haupttreiber
- Fokus auf alkoholfreie Cannabis-Getränke
- Hohe Volatilität signalisiert erwartete Kursbewegung
Tilray geht mit hoher Spannung in die Zahlen zum zweiten Quartal. Nach einer gewaltigen Rally seit dem Frühjahr haben Anleger zuletzt Gewinne mitgenommen und Positionen angepasst. Hintergrund sind sowohl die anstehenden Quartalszahlen als auch die Folgen der US-Neuklassifizierung von Cannabis.
Vor Ergebnissen steigt die Nervosität
Die Aktie notiert aktuell bei rund 9,47 US-Dollar und lag im letzten Handelstag etwa 2,6 % im Minus. Zuvor war der Kurs in rund sechs Monaten um fast 125 % gestiegen – vor allem getrieben von der Hoffnung auf bessere regulatorische Rahmenbedingungen.
Anleger reduzieren vor der Veröffentlichung der Zahlen am Donnerstag nach Börsenschluss offenbar Risiken. Besonders deutlich wird das im Optionsmarkt:
- Implizite Volatilität: Deutlich gestiegen, signalisiert erwartete Tagesbewegungen von rund 0,69 US-Dollar.
- Put/Call-Ratio: Bei 0,28, Call-Optionen dominieren also weiterhin trotz der jüngsten Konsolidierung.
- Chartbild: Der Kurs pendelt um 9,47 US-Dollar und verarbeitet die Kursgewinne nach einem Abpraller an der Widerstandszone um 10 US-Dollar.
Kurz vor dem Zahlenwerk zeigt sich damit ein Spannungsfeld zwischen Gewinnmitnahmen und weiterbestehenden Spekulationen auf steigende Kurse.
Wirkung der Schedule-3-Einstufung
Wichtigster Kurstreiber der vergangenen Monate ist die Neubewertung von Cannabis in den USA. Eine von Donald Trump unterzeichnete Anordnung stuft Cannabis als Schedule-3-Substanz ein. Diese regulatorische Änderung verändert die Rahmenbedingungen der Branche wesentlich:
- Besserer Zugang zum Bankensystem: Legale Cannabis-Unternehmen können leichter klassische Bankdienstleistungen nutzen.
- Steuerliche Entlastung: Normale Betriebsausgaben können künftig steuerlich geltend gemacht werden, was unter dem bisherigen Paragrafen 280E stark eingeschränkt war.
Für Tilray stärkt das die Story, mit der bestehenden Hanf- und Getränkeinfrastruktur schneller in den US-Markt vorzudringen, sobald weitere bundesrechtliche Hürden fallen.
Fokus auf Getränke und „Dry January“
Parallel zur Regulierung arbeitet Tilray an der operativen Seite. Das Unternehmen nutzt die saisonale „Dry January“-Phase und bewirbt alkoholfreie, cannabisinfundierte Getränke der Marken Mollo und XMG.
Im Fokus stehen Konsumenten, die bewusst auf Alkohol verzichten, aber Alternativen suchen. Mit dieser Positionierung will Tilray die Erlösbasis breiter aufstellen und sich unabhängiger von klassischen Blüten-Produkten machen – ein Punkt, der in der anstehenden Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen genau betrachtet werden dürfte.
Technisches Bild und Ausblick auf Donnerstag
Charttechnisch ergibt sich ein gemischtes Bild. Der mittelfristige Trend bleibt nach der starken Bewegung nach oben positiv, getragen von der Schedule-3-Fantasie. Kurzfristig dominiert jedoch Vorsicht: Der Rückgang auf 9,47 US-Dollar legt nahe, dass der Markt mögliche operative Risiken oder weitere Gewinnmitnahmen einpreist, bevor frische Zahlen auf dem Tisch liegen.
Im Zentrum steht nun die Marke von rund 10 US-Dollar. Ein überzeugender Bericht könnte den Weg nach oben wieder öffnen, während schwächere Signale rasch zu einer „Sell-the-news“-Reaktion führen könnten. Die hohe implizite Volatilität unterstreicht: Der Markt rechnet bis zum Ende der Woche mit einer deutlich stärkeren Bewegung in die eine oder andere Richtung.
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