Tilray Brands Aktie: Sparkurs im Biergeschäft

Tilray strafft Vertrieb und Sortiment; die Carlsberg-Produktion in den USA soll ab Januar 2027 zusätzliche Mengen bringen.

Die Kernpunkte:
  • Brauereistandorte von zehn auf sechs reduziert
  • Vertriebsnetz seit Januar 2025 um neun Prozent verkleinert
  • Rund 20 Millionen Dollar Einsparungen bis 2028 angestrebt
  • Carlsberg-Marken ab Januar 2027 exklusiv in den USA

Tilray baut sein US-Getränkegeschäft weiter um. Nach der Schließung mehrerer Brauereien nimmt der Konzern nun Vertrieb, Logistik und Einkauf ins Visier. Das Ziel: rund 20 Millionen Dollar jährliche Einsparungen bis Ende des Geschäftsjahres 2028.

Von zehn auf sechs Brauereien

Die US-Brauerei-Basis ist von zehn auf sechs Standorte geschrumpft. Dazu zählen die Schließung der Hop-Valley-Brauerei in Eugene, des Redhook Brewlab und der Revolver-Brauerei sowie der Verkauf der Marke Atwater. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 verlagerte Tilray zudem die Terrapin-Produktion von Athens an andere Standorte. Taproom, Lager und Umpackung bleiben dort bestehen.

Überflüssig gewordene Brauerei- und Lagerimmobilien will der Konzern verkaufen und zu Geld machen. Parallel dazu hat Tilray seit Januar 2025 das Vertriebsnetz um rund 9 Prozent verkleinert. Die Zahl der Produktvarianten sank um etwa 28 Prozent. Gestrichen wurden doppelte, margenschwache und langsam drehende Artikel.

Die nächste Stufe: Distributoren und Carlsberg

Als Nächstes will Konzernchef Irwin Simon das Händlernetz weiter bündeln. Die Initiativen stünden erst am Anfang, die volle Wirkung erwartet er im Geschäftsjahr 2028. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 bestätigt das Unternehmen: Das bereinigte EBITDA soll zwischen 68 und 75 Millionen Dollar liegen. Die bereits laufenden Sparmaßnahmen sind darin eingerechnet.

Zusätzlichen Schub soll die Partnerschaft mit Carlsberg bringen. Ab dem 1. Januar 2027 produziert und vertreibt Tilray in den USA exklusiv die Marken Carlsberg, Carlsberg Elephant, 1664 und 1664 Blanc. Angepeilt sind rund eine Million Kisten im ersten Jahr.

Der Clou aus Tilrays Sicht: Die Zusatzmengen laufen durch bestehende Anlagen. Das soll die Auslastung der verbleibenden Brauereien erhöhen, ohne dass die Fixkosten im gleichen Maß steigen. Das Getränkegeschäft kommt auf einen Pro-forma-Jahresumsatz von etwa 500 Millionen Dollar.

Nebenschauplatz Whiskey

Kleinere Nachrichten kommen aus der Spirituosensparte. Die Tilray-Tochter Breckenridge Distillery bringt gemeinsam mit der University of Denver eine limitierte Bourbon-Edition zum Eishockey-Titel der Denver Pioneers heraus.

Die Auflage umfasst nur 230 Flaschen zu je 179,99 Dollar. Von jeder verkauften Flasche gehen 100 Dollar an Stipendien für das Eishockeyprogramm. Finanziell ist das kaum relevant, für die Markenpflege im Heimatstaat Colorado dürfte es dennoch passen.

Entscheidend für das Getränkegeschäft bleibt der Start der Carlsberg-Partnerschaft am 1. Januar 2027. Dann zeigt sich erstmals, wie viel zusätzliche Menge die gestraffte Brauerei-Struktur tatsächlich aufnimmt.

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