Tilray: Rekordumsatz 915,5 Millionen, Aktie fällt 5 Prozent

Tilray meldet mit 915,5 Mio. Dollar den höchsten Umsatz der Firmengeschichte, der Nettoverlust sinkt. Die Aktie reagiert dennoch mit Kursverlusten.

Die Kernpunkte:
  • Höchster Umsatz der Unternehmensgeschichte
  • Nettoverlust deutlich auf 105,2 Mio. Dollar reduziert
  • Aktie fällt trotz Rekordzahlen um 5 Prozent
  • TD Cowen senkt Kursziel auf 5 Dollar

Tilray Brands hat für das am 31. Mai 2026 beendete Geschäftsjahr den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte vorgelegt. Der Cannabis- und Getränkekonzern kam auf 915,5 Millionen US-Dollar – ein Rekordwert. Der Nettoverlust verengte sich zugleich deutlich auf 105,2 Millionen US-Dollar. Trotzdem gab die Aktie zuletzt nach, statt auf die Nachricht positiv zu reagieren.

Schwaches Schlussquartal bremst die Euphorie

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres erzielte Tilray einen Umsatz von 281,71 Millionen US-Dollar, unter dem Strich stand ein Verlust von 1,09 US-Dollar je Aktie. Für ein Unternehmen, das seit Jahren mit roten Zahlen kämpft, ist die Verengung des Jahresverlusts ein Fortschritt. Der Markt bewertete das Zahlenwerk am Mittwoch dennoch skeptisch: An der Toronto Stock Exchange schloss die Aktie bei 6,20 kanadischen Dollar, ein Minus von 5,05 Prozent gegenüber dem Vortag. An der Nasdaq notierte das Papier zeitgleich bei 4,43 US-Dollar, ebenfalls mit deutlichen Abgaben im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich umgerechnet auf 533,41 Millionen Euro – ein Wert, der die anhaltende Baisse bei Cannabis-Titeln der vergangenen Jahre widerspiegelt. Für Anleger bleibt die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und Kursentwicklung das zentrale Thema: Wachstum wird derzeit kaum mit steigenden Notierungen honoriert.

Analysten bleiben zurückhaltend

TD Cowen senkte sein Kursziel für Tilray auf 5 US-Dollar und signalisiert damit, dass die Rekordumsätze aus Sicht des Analysehauses noch keine Neubewertung der Aktie rechtfertigen. Der Analystenkonsens sieht das durchschnittliche Kursziel bei 7,84 US-Dollar – ein deutlicher Abstand zum aktuellen Nasdaq-Kurs, der jedoch auch die Unsicherheit über die künftige Profitabilität des Konzerns widerspiegelt. Zwischen der vorsichtigen Einschätzung von TD Cowen und dem optimistischeren Konsenswert liegt eine erhebliche Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich die Wall Street die Perspektiven des Unternehmens einschätzt.

Neue Produkte in Cannabis und Getränken

Parallel zu den Geschäftszahlen treibt Tilray die Erweiterung seines Produktportfolios voran. Das Unternehmen brachte zuletzt neue Produkte sowohl im Cannabis- als auch im Getränkesegment auf den Markt und unterstreicht damit seine Positionierung als diversifizierter Konsumgüterkonzern jenseits des reinen Cannabisgeschäfts. Die Geschäftsausweitung fällt in eine Phase, in der die Cannabis-Branche insgesamt an Dynamik gewinnt – ein Umfeld, von dem auch Wettbewerber wie Aurora Cannabis oder Curaleaf Holdings zuletzt unterschiedlich stark profitierten. Curaleaf etwa meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 340 Millionen US-Dollar bei einem Rückkehr in die Gewinnzone, während Aurora Cannabis zuletzt ebenfalls mit Kursverlusten zu kämpfen hatte.

Für Tilray-Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Auf der operativen Seite mehren sich Fortschritte, sowohl beim Umsatz als auch bei der Verlustreduzierung. Die Kursreaktion zeigt jedoch, dass der Markt weiterhin misstrauisch bleibt, solange sich das Unternehmen nicht nachhaltig in die Gewinnzone bewegt. Die Aktie bewegte sich zuletzt in einer Handelsspanne mit moderater kurzfristiger Erholungstendenz auf Wochensicht, wirkt aber weiterhin volatil – ein Muster, das sich angesichts der durchwachsenen Analystenmeinungen kurzfristig kaum ändern dürfte.

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